Tipps zu Renovierung und Innenausbau

Vorbereitungen für eine neue Wandgestaltung

Vor der Entscheidung welche der Tapete erneuert wird muss erst die alte weichen. Am besten eine Stunde angefeuchtet mit Wasser.

Ein Spritzer Spülmittel im Einweichwasser, das mit einem Quast auf der Tapete verteilt werden kann, leistet gute Dienste.

Soll die vorhandene Tapete überstrichen oder tapeziert werden, sollte sie festhaften und ohne Blasen- und Faltenwurf sein.

Wasserdichte Tapeten erst anreissen vor dem Nässen. Alte Kunststofftapeten oder mit Kunststoffarben gestrichene Tapeten gehören in den Sondermüll.

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Tapeten

Sind die Wände von alten Papierschichten befreit besteht die Wahl zwischen Wandanstrich und Tapeten.

Die verputzten Wände können auch mit Naturpigmentfarben verschönert wer­den. Diese werden mit Hilfe von Pinseln, Schwämmen oder Lappen auf die Wand getupft wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Auch Wandlasur-Pflanzenfarben können eine ungewöhnliche optische Wirkung entfalten. Die besondere Note dieses Anstrichs ist die Transparenz der Lasur die z.B. auch die Holzlasuren aufweisen.

Für eine zufriedenstellende Erscheinung ist allerdings ein größeres Maß an handwerklicher Erfahrung im Verarbeiten von Naturfarben erforderlich.

Zu Beginn wird die Wand mit einer hochweißen Caseinfarbe grundiert, auf die dann mehrfach die Lasur im gewünschtem Farbton aufgetragen wird.

Sehr oft entscheiden sich heute Heimwerker für Raufasertapeten da sie sich leicht verarbeiten lassen. Die stärksten Raufasertapeten erfordern etwas übung.

Neben dem heute im Vordergrund stehenden Dekorationseffekt kann die "Wandbekleidung" einen Teil der Luftfeuchtigkeit des Raumes aufnehmen bzw. abgeben und die Oberflächenkühle der Wand mindern. Auch Staub, Schmutz und Gerüche werden festgehalten.

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Die Papiertapete

Tapetenpapier als Trägermaterial haben fast alle Tapeten gemeinsam. Es besteht aus maschinenglattem Papier (65 bis 160 g/m2), das schwach geleimt und holzschliffartig ist. In der Regel wird auch Altpapier beigemischt.

Bei stark saugenden Untergründen wie Kalkputz oder Gipsplatten, sollte mit einem Methylzellulosekleister als Makulatur vorge­strichen werden.

Außerdem haften die Tapeten besser auf dem Untergrund. Methylzellulose ist ein baubiologisch akzeptabler Kleister, dem allerdings formaldehydabspaltende Kunstharze und nicht kennzeichnungspflichtige Fungizide (Antipilzmittel) zugesetzt sein könnten.

Empfehlenswert sind alle Tapeten aus Zellstoff oder Holzschliff, die mit Naturharzen und -leimen gebunden sind.

Ihre Farbaufdrucke sollten keine schwermetallhaltigen Pigmente besitzen. Papiertapeten tragen durch ihr Wasserdampfaufnahme- und Wasserdampfab­gabevermögen zu einem guten Raumklima bei. Unter den Papiertapeten gibt es auch mit dem Umweltengel ausgezeichnete Produkte, die zu 60% aus Altpapier bestehen.

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Rauhfasertapeten und ihre Anstriche

Rauhfasertapeten sollten einem Anteil von mindestens 80% Altpapier haben und mit dem blauen Engel ausgezeichnet werden.

Kunststoffhaltige Binderfarben versiegeln die Wände, es kann zur Bildung von Kondenswasser und zu Schimmelflecken führen. An kalten Außenwänden bilden sich häufig Pilz­kolonien, die die Raumluft mit Sporen belasten können. Von Fungiziden in Kleistern oder An­strichfarben ist abzuraten.

Als gute Alternative bieten sich Dispersionsfarben auf Naturharzbasis an. Sie eignen sich außer als Tapetenanstrich auch direkt für Putz, Beton, Mauerwerk, Gipskarton und Holz.

Als Abtönfarben stehen zahlreiche natürliche Erd- oder Mineralpigmente zur Verfügung. Ein solcher Anstrich hat eine hohe Deckfähigkeit und gute Waschfestigkeit.

Sein besonderer Vorteil ist die große Dampfdurchlässigkeit von über 90%, die zum gesunden Raumklima beiträgt.

Die häufig zur Wärmedämmung oder zur Abhilfe bei feuchten Wänden benutzte Styropor-Untertapete ist nicht empfehlenswert. Häufig bleibt die Feuchtigkeit hinter der Tapete, da die Ursache nämlich mangelnde Luftzirkulation, nicht behoben wurde und die Tapete löst sich ab. Der Wärmedämmeffekt ist ohnehin gering.

Welche Tapeten sind empfehlenswert:
  • Baubiologisch akzeptabel sind stark altpapierhaltige Rauhfasertapeten auf Naturharz­basis, die mit Kalkleimfarben oder Dispersionsfarben ebenfalls auf Naturharzbasis gestrichen werden sollten.
  • Als Kleister bieten sich Stärkekleister oder Methylzellulosekleister an. Ihnen sollten weder Fungizide noch Kunstharze zugesetzt sein.
  • Geeignet sind weiterhin Naturfasertapeten ohne Oberflächenversiegelung und Kunst­harze, die die Wände nicht luftundurchlässig machen. Eine Alternative ist das Bespan­nen von Wänden mit Naturstoffen aus Jute, Seide oder Baumwolle.
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Natürliche Oberflächenbehandlungsmittel

Baubiologisch akzeptabel sind im engeren Sinn nur natürliche Mittel und Methoden, die die günstigen Auswirkungen des unbehandelten Holzes auf das Raumklima erhalten oder nur gering beeinträchtigen. Mit diesen Mitteln und Methoden werden im Innenbereich vor allem zwei Ziele der Oberflächenbehandlung erreicht:

a) der Schutz vor Verschmutzung und Abnutzung,

b) eine verschönernde und dekorative Wirkung.

Als natürliche Mittel kommen nur Produkte in Frage, deren Rohstoffe aus Naturstoffen gewonnen werden. Allerdings ist die Grenze zwischen natürlichen und synthetischen Ober­flächenbehandlungsmitteln nicht immer einfach zu ziehen.

Die Naturfarbenhersteller haben für ihre Produkte einige Grundsätze aufgestellt, an denen man sich orientieren kann. Sie verwenden natürliche Rohstoffe, die chemisch nicht oder nur wenig verändert werden..

Diese Rohstoffe sind soweit als möglich nachwachsend. Aufgrund ihrer Herkunft sind sie biologisch abbaubar. Bei den Herstellungsverfahren wird vorrangig auf Umweltverträglichkeit geachtet.

Je nachdem wie stark diese Mittel nach der Behandlung einen Film auf dem Holz bilden, sind folgende große Gruppen zu unterscheiden:


trocknende Ölepfeil leichte Filmbildung;

Wachse pfeil kein oder hauchdünner Film;

Lasuren pfeil leichte bis starke Filmbildung;

Ölfarben pfeil mittlere bis starke Filmbildung;

Lacke pfeil starke Filmbildung.

Entsprechend der Stärke des Films verändern sich auch die natürlichen Eigenschaften des Holzes. Je stärker dieser Film ausgebildet ist, desto mehr geht die Offenporigkeit und damit die Atmungsfähigkeit des Holzes verloren. Auch die elektrostatische Aufladbarkeit verändert sich in Abhängigkeit vom aufgetragenen Mittel.

Da in der Literatur und bei den Händlern die Bezeichnungen für die einzelnen Produkte häufig variieren, ersehen Sie aus der folgenden übersicht, welche Produkte gängig sind und wie sie sich unterscheiden.

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Leinöl

wird aus dem Leinsamen, der Saat des Flachses, gewonnen. Durch die Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft kann es selbständig trocknen. Allerdings ist die Trocknungszeit beträchtlich. Leinöl ist in fast allen natürlichen Oberflächenbehandlungsmitteln als Haupt­bestandteil enthalten.

Standöl = Hartöl

ist unter Luftabschluß verkochtes Leinöl. Während des Kochens verbinden sich die Leinöl­moleküle zu Großmolekülen und verleihen entsprechenden Anstrichen mehr Glanz und grö­ßere Strapazierfähigkeit.

Leinölfirniß

ist ebenfalls verkochtes Leinöl, dem jedoch Trockenstoffe (= Sikkative) zugesetzt sind. Es trocknet daher erheblich schneller als das ursprüngliche Leinöl. Als alleiniger Anstrich ist es eines der gesündesten Oberflächenbehandlungsmittel. Für Ölfarben; Lacke und Lasuren ist es als Bindemittel unentbehrlich.

Halböl

bestand ehemals aus gleichen Teilen Leinölfirnis und Balsamterpentinöl. Heute werden auch andere ölverdünnende Lösemittel eingesetzt, insbesondere von herkömmlichen Farbenher­stellern. Es dient der Grundbehandlung von Oberflächen, da es durch den Lösemittelanteil besonders gut einzieht und eine größere Strapazierfähigkeit der Oberfläche erzeugt. Bei der Anwendung belasten die verdunstenden Lösemittel die Raumluft.

Naturharzöl = Grundieröl

wird als fertiges Halböl von den Naturfarbenherstellern angeboten und ist meistens mit Na­turharzen angereichert. Dadurch eignet es sich besonders als belastbare Grundierung für Lasuren. Grundieröl und Endanstrich sind häufig von den Farbherstellern aufeinander ab­gestimmt und sollten möglichst vom gleichen Hersteller bezogen werden.

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Wachse

zur Oberflächenbehandlung bestehen aus Bienenwachs und weiteren Zusätzen. Da Bie­nenwachs nur bei ca. 80 C gut zu verarbeiten ist, werden Gemische mit Leinölfirnis und Lösemitteln angeboten.

Damit ist ein Oberflächenschutz für gering beanspruchte Flächen herzustellen. Harte Oberflächen sind mit der Zugabe von Carnaubawachs zu erzielen.

Car­naubawachs wird aus den Blättern des südamerikanischen Carnaubastrauches gewonnen.

Gewachste Flächen können durch mehrfaches Nachwachsen und Polieren fast bis zum Hochglanz gebracht werden. Die Oberfläche bleibt wasserdampfdurchlässig.


Holzlasuren = Leinöl-Holzlasuren

bestehen aus Leinölfirnis, Standöl, Naturharzen, Lösemittel und eventuell Pigmenten. La­suren sind durchscheinend und belassen die Holzoberfläche weitgehend offenporig. Sie eignen sich insbesondere für Wand- und Deckenanstriche.

Leinöllackfarben = Ölfarben

bestehen aus Leinölfirnis und Pigmenten. Zur Verbesserung der Verarbeitungseigenschaft und Oberflächenqualität werden weitere Bestandteile wie Standöl, Naturharze und Trocken­stoffe zugesetzt.

Die entstehende Oberfläche ist elastisch und wasserdampfdurchlässig. Allerdings ist sie wenig abriebfest und neigt z.B. bei Fensterrahmen zum Verkleben.

Naturharzlacke

sind in ihren Eigenschaften weitgehend den Alkydharzlacken ähnlich. Als Bindemittel ent­halten sie trocknende Öle und Naturharze, als Lösemittel Balsamterpentinöl u.a.

Naturharzöllacke

enthalten neben den Inhaltsstoffen der Naturharzlacke weitere Öle und Trockenstoffe. Sie verhindern ebenso wie die vorher genannten Anstriche die Atmungsfähigkeit von Holz und eignen sich daher gut für Anstriche von Metall oder Stein.

Wichtiger Hinweis

Das Einatmen von organischen Lösemitteln ist in keinem Fall gesund, ob es sich nun um synthetisch hergestellte wie Testbenzin oder um natürlich vorkommende wie Balsamterpen­tinöl handelt.

Auch wenn Naturharzlacke verarbeitet werden, ist es deshalb unerläßlich, sparsam zu arbeiten und gut zu lüften.

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Schellack

wird aus dem Ausscheidungsprodukt der indischen Schildlaus gewonnen und in Alkohol ge­löst. Durch das schnelle Verdampfen des Alkohols trocknet er zügig und ergibt einen harten glänzenden Lackfilm.

Die Atmungsfähigkeit des Holzes wird stark eingeschränkt. Durch be­sondere Methoden, Mittel und Polituren lassen sich besonders schöne Oberflächen herstel­len.

Natürliche Oberflächenbehandlungsmethoden

Grundierungen

Leinöl wird mit Lappen oder Pinsel auf die Oberfläche aufgetragen. Je nachdem wie gut es einzieht, ist bei stark saugenden Hölzern wie der Buche ein weiterer Anstrich "naß in naß" angebracht.

Naß in naß bedeutet, daß der erste Anstrich noch nicht trocken ist, während der zweite Anstrich erfolgt. Danach wird das überschüssige Ö1 mit einem fusselfreien Lappen abgewischt bzw. gleichmäßig ein weiteres Mal verteilt. Glänzende Stellen würden sonst lange Zeit klebrig bleiben.

Für Wände ist meist ein Anstrich ausreichend, für Fußböden kann dieser Arbeitsgang zur Erhöhung der Strapazierfähigkeit mehrfach wiederholt werden.

Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit trocknet der Ölanstrich in ein bis zwei Tagen. Zwi­schen den jeweiligen Anstrichen ist es ratsam, den Boden leicht zu schleifen (Körnung 280).

Besser dringt das Leinöl in das Holz ein, wenn es im Wasserbad auf 60-g0 C erhitzt wird. Zu beachten ist dann dringend die Gefahr der Selbstentzündung von ölgetränkten Lappen o.ä. Bei der Verwendung von Halböl, das brennbare Lösemittel enthält. vergrößert sich die Brandgefahr rapide. Es sollte daher keinesfalls erhitzt werden.

Halböl und Naturharzöl eignen sich für eine Grundierung ebenfalls sehr gut, da sie durch den Lösemittelanteil gut ins Holz eindringen können. Auf die gesundheitlichen Gefahren durch die Lösemittelverdampfungen sei hier nochmals verwiesen.

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Nachbehandlung mit Wachsen

Da die Verarbeitung reinen Bienenwachses durch Einreíben sehr mühsam ist, wird es häufig mit dem Lösemittel Balsamterpentinöl vermischt angeboten. Es dringt dann leichter in das Holz ein.

Vermischt mit Leinöl erhält man eine stärker glänzende Oberfläche, die allerdings recht empfindlich ist. Für Fußböden ist eine Mischung mit dem erwähnten Carnaubawachs und Balsamterpentinöl unerläßlich.

Vereinfacht werden kann der Wachsauftrag durch Erhitzen des Wachses im Wasserbad. Das Wachs wird schließlich hauchdünn in Faserrichtung eingerieben oder verstrichen.

Nach ein bis zwei Tagen Trocknungszeit wird die Oberfläche mit Lappen abgerieben und anschließend poliert. Dazu eignen sich bei Fußböden auch die altbekannten Bohnerbesen .

Lackieren

Als Vorarbeit muß der Untergrund geschliffen und staubfrei sein. Entweder kann dann ein Vorstreichlack oder eine Grundierung wie oben beschrieben aufgebracht werden.

Auf jeden Fall sind die Herstellerangaben des jeweiligen Lacks zu beachten. Nach dem Trocknen der Vorstreichfarbe sollte der Untergrund nochmals geschliffen werden. Anschließend wird der Decklack ein- bis zweimal dünn aufgetragen.

Eventuell ist wiederum ein Zwischenschliff nach völligem Abtrocknen ratsam. Die Lackoberfläche ergibt schließlich einen strapazier­fähigen Schutzfilm.

Ob es vorteilhafter ist, Holzböden mit Naturharzlacken zu lackieren oder zu wachsen, hängt vom eingesetzten Holz ab. Bei Hartholzböden hat sich ein Wachsfilm als belastbarere Oberfläche erwiesen.

Für Holzfußböden gibt es weitere Methoden des Oberflächenschutzes. Die einfachste ist das völlige Fehlen eines Anstrichs.

Dafür wird von Zeit zu Zeit der Schmutz durch Ablaugen mit Soda entfernt. Nach und nach nutzt sich das Frühholz ab, das Spätholz bleibt stehen.

Im Er­gebnis zeigt das Holz deutlich seine eigene Struktur. In alten Gasthäusern können Sie sol­che Böden heute z.T. noch bewundern.

In Dänemark ist es üblich, Holzfußböden dreimal mit reiner Schmierseife einzufetten. Sie erhalten dadurch einen recht strapazierfähigen Fettfilm, der jeweils bei der Feuchtreinigung mit Schmierseifenwasser ergänzt wird.

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Eigenschaften die Holz als Baustoff auszeichnen

Holz ist der empfehlenswerteste baubiologische Baustoff, da. er das Raumklima günstig be­einflußt, unter Umweltaspekten positiv einzustufen und leicht zu verarbeiten ist.

Je nach Holzart kann unter verschiedensten Farben und Zeichnungen gewählt werden. Ebenfalls von der Art sind Härte, Dichte und Festigkeit abhängig. Großen Beanspruchungen hält Holz in Richtung der Fasern stand.

Als entscheidendes Qualitätsmerkmal wird häufig die Biege­festigkeit und Elastizität bewertet, die bei gleichzeitig relativ geringem Gewicht gewährleistet wird.

Weiterhin besitzt Holz eine geringe Leitfähigkeit für Wärme und kann daher für Dämmzwecke genutzt werden.

Seine elektrische Leitfähigkeit hängt direkt vom Wasser­gehalt ab und ist aufgrund der häufig vorhandenen Restfeuchte gut. Die Lebensdauer von Holz reicht von 900 Jahren für trockenes Kiefernholz bis zu mehreren tausend Jahren für Eichenholz.

Eine wesentliche Eigenschaft des Holzes ist seine Fähigkeit zur Wasserdampfaufnahme und -abgabe. Frisches Holz kann bis zu 50 Gew.-% an Wasser enthalten. Trocknet es, ziehen sich die Holzfasern zusammen, das Holz schwindet. Das Schwundmaß hängt von der Holz­art ab.

Die größten Verluste entstehen in Richtung der Markstrahlen wenig in der Länge. Der Trocknungsprozeß sollte daher unter bestimmten Bedingungen erfolgen, damit nicht fertige Werkstücke später nicht mehr passen.

Holz kann allerdings auch Wasser beim Quellen wie­der aufnehmen und seinen Querschnitt dadurch vergrößern. Nadelhölzer und Laubhölzer unterscheiden sich im allgemeinen durch ihr Gewicht und ihre Festigkeit.

Durch ihre Schnellwüchsigkeit sind sie günstiger im Preis als Laubhölzer und finden daher als Bauholz und für viele andere Einsatz­zwecke gute Absatzmärkte. Vom Kauf tropischer Hölzer sollte völlig abgesehen werden, da es eine größere Auswahl einheimischer Ersatzhölzer gibt.

Die Schonung der tropischen Re­genwälder ist letztendlich ein Schutz unserer eigenen Atmosphäre und unseres eigenen kli­matischen Lebensraumes. Erst wenn die Nachfrage in den industrialisierten Ländern nach Tropenholz versiegt, werden auch die letzten Reste der Regenwälder nicht mehr abgeholzt.

Ziel einer Oberflächenbehandlung von Hölzern ist der Schutz vor Abnutzung, Schmutz und Feuchtigkeit. Gleichzeitig sollten die natürlichen Eigenschaften des Holzes erhalten bleiben. Dafür bieten sich verschieden weit verarbeitete natürliche Produkte auf der Basis von Leinöl oder Wachse an.

Lackierungen sollten wegen der Atmungsbehinderung auf stark be­anspruchte Fußböden beschränkt bleiben.

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Holzverkleidungen an Wand und Decke

Eine echte Alternative zu Tapeten und verputzten Wänden sind Wand- und Deckenverklei­dungen mit Holzbrettern.

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt man, wenn nachträglich Außenwände mit Hilfe von Holzverkleidungen gedämmt werden. Gern werden Holzverkleidungen auch aufgebracht, um unebene Wände, Zählerkästen, Leitungen oder ähnliches dekorativ zu verbergen.

Weitere Einsatzmöglichkeiten bieten sie als Wandschränke, als Zwischenwände, zur Schall- und Wärmedämmung, um zu hohe Decken niedriger zu machen, für Dachschrägen usw.

Für Holzverkleidungen werden sowohl massive Bretter mit Nut und Feder als auch Paneele oder Kassetten aus furniertem Sperrholz oder kunststoffbeschichtetem Polystyrol im "Holzdesign" angeboten.

Durch die Art der Herstellung und die Verwendung von Holz mit minderer Qualität sind giftige Inhaltsstoffe hier wahrscheinlich. Ganz abgesehen davon, daß bei diesen Holzarten Pesti­zide verwendet sein können, ist eine Ausgasung von Formaldehyd aus dem Leim oder Kle­ber zu befürchten.

Auf Holzschutzmittel in Innen­räumen ist grundsätzlich zu verzichten.

Soll die Oberfläche der Holzverkleidung zum Schutz gegen Schmutz oder Feuchtigkeit, zum Beispiel in der Kü­che, dem Bad, dem Flur oder dem Kinderzimmer behandelt werden, bieten sich Öle, Wachse oder Lasuren an.

Der einfachste Schutz besteht in einem Anstrich mit Leinölfirnis. Dünnflüssige Wachse und Lasuren dringen besser in das Holz ein, bringen durch die häufig großen Flächen jedoch eine hohe Lösemittelbelastung mit sich. Das gilt auch für Balsamter­pentinöl als natürlichem Lösemittel.

Konstruktiver Holzschutz

Lärche und Eiche sind eher für Naßräume geeignet als die beliebten und preisgünstigeren Hölzer der Kiefer, Fichte und Tanne.

Daneben können bei der Konstruktion von Wandver­kleidungen einige Maßnahmen ergriffen werden, um eine Durchfeuchtung des Holzes, einen Nässestau und die damit einhergehende Schimmelpilzbildung zu vermeìden.

Oberstes Prin­zip in diesem Zusammenhang ist es, eine Luftzirkulation, also eine Hinterlüftung der Verklei­dung schon beim Bauen zu gewährleisten.

Vorarbeiten zur Holzoberflächenbehandlung

Im Tischlerhandwerk heißt es: "Jede Oberflächenbehandlung ist nur so gut wie die Vorbe­handlung des Untergrundes." Auf rauhen oder schmutzigen Holzflächen machen hochwer­tige Behandlungen keinen Sinn.

Zuerst müssen eventuelle Fehlstellen ausgebessert oder gekittet und das Holz geschliffen werden, nach Möglichkeit mehrmals. Je nach Oberflächen­zustand der zu behandelnden Fläche beginnt man mit 60 er oder 80 er Papier zu schleifen, dann folgt ein Schliff mit 100 er oder 120er Papier.

Das reicht bei Fußböden, Wandvertä­felungen oder beim Wachsen und Ölen von Weichhölzern in der Regel vollkommen aus. Zuviel kann hier allerdings nicht schaden. Wer eine besonders schöne Oberfläche wünscht, sollte lieber noch einmal mit 150 er oder 180 er Papier nachschleifen.

Geschliffen wird immer in Faserrichtung. Querkratzer sind kaum noch zu entfernen und besonders bei glänzenden Beschichtungen oder nach dem Beizen später sehr gut sichtbar. Für das Schleifen von Hand sollte man einen Schleifkorken zu Hilfe nehmen, der mit Schleifpapier bespannt wird.

Damit ist ein gleichmäßiges, flächiges Schleifen möglich. Bandschleifmaschinen sind im schleifen größerer Flächen schwer zu handhaben, denn wenn etwas zu lange an derselben Stelle geschliffen wird, entsteht eine Delle im Holz, bei furnierten Hölzern schaut dann der Untergrund durch.

Bessere Ergebnisse lassen sich mit einem Schwingschleifer erzielen. Da dieser aber nicht nur in Faserrichtung schleift, sollte man hier für den letzten Schliff auf jeden Fall ein sehr feines Papier wählen.

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Wässern

Wenn später gebeizt oder mit wäßrigen Oberflächenmitteln gearbeitet werden soll, ist Wäs­sern unerläßlich. um sehr hochwertige Oberflächen zu erzielen, empfiehlt es sich allemal. Beim Schleifen werden Druckstellen im Holz zwar beigeschliffen, das Holz bleibt aber ge­quetscht.

Bei Feuchtigkeit quellen diese Stellen dann deutlich sichtbar auf. Daher feuchtet man mittels Schwamm oder Pinsel das Holz mit sauberem Wasser an, das bei hohem Kalk­gehalt abgekocht sein sollte. Die Holzfasern quellen dadurch auf und können nach dem Trocknen mit feinem Papier (180er oder 220er) leicht beigeschliffen werden. Auch Holz­fasern, die sich beim Vorschleifen wegdrücken, werden durch das Wässern aufgerichtet und beim Feinschliff entfernt.

Schleifpapier

Schleifpapier (Schmirgelpapier) wird nach der Korngröße der Schleifkörner eingeteilt. Grobes Papier ist mit relativ großen Körnern beschichtet, seine niedrige Kennzahl deutet auf die geringe Zahl der Körner pro Flächeneinheit hin. Entsprechend wird feines Schleifpapier mit hohen Zahlen gekennzeichnet.

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Papierqualitäten, wobei vor allem zwischen Naß- und Trockenschliff unterschieden wird. Holz wird immer troc­ken geschliffen. Grobes Papier beginnt etwa bei 40 er Körnung, feines für Naßschliffe (z.B. bei Polituren) kann bis hin zu 600 er Körnung gehen.

Zwischenschliff bei der Oberflächenbehandlung

Nach einer ersten Oberflächenbehandlung (Grundierung) mit Lacken sollte auf jeden Fall ein Zwischenschliff erfolgen. Der Lack fixiert nämlich alle kleinen, weichen Holzfasern, die sich vorher beim Schleifen oder Darüberfassen mit der Hand umlegten und damit gar nicht in Erscheinung traten.

Nach dem ersten Farbauftrag wirkt die Oberfläche dann plötzlich sehr rauh. Ein vorsichtiger Schliff mit sehr feinem Papier (ab 220 er) glättet den Untergrund wie­der. Auch beim Ölen wird die Oberfläche durch einen Zwischenschliff etwas glatter.

Wie können Oberflächenmittel aufgetragen werden?

Abgesehen von industriellen Verfahren (Tauchen, Gießen, Walzen) kommen nur drei Ver­fahren infrage: Streichen, Rollen oder Spritzen. Ausnahmen bilden das Ölen und Wachsen (Öle und Wachse werden eingerieben) und die Schellack-Ballenmattierung bzw. -politur.

Streichen: Es ist das älteste Auftragsverfahren für Lacke und erfordert als Werkzeug nur relativ preiswerte Pinsel, an deren Qualität allerdings nicht gespart werden sollte. Schlechte Pinsel rächen sich nämlich später beim Streichen durch schlechte Farbverteilung und Pin­selhaare in der Farbschicht.

Hochwertige Oberflächen mit dem Pinsel zu erzielen, erfordert allerdings einiges Geschick. Da die Naturharzölfarben aber gut verlaufen, ist deren Verarbeitung relativ einfach. Rollen: größere Flächen lassen sich in vielen Fällen durch Rollen schnell und gleichmäßig beschich­ten.

Bei Lacken finden meist Kunststoffrollen Verwendung. Die Vorteile beim Rollen sind die gleichmäßige, schnelle und nicht zu dicke Beschichtung. Es sollte darauf geachtet werden, daß die Rolle vor der Arbeit gut mit dem Oberflächenmittel vollgesogen ist und sich keine Luft mehr darin befindet. Sonst gibt es leicht Bläschen an der Oberfläche.

Spritzen: Gute Lackoberflächen lassen sich beim Spritzen nur unter Verwendung von sehr gutem und entsprechend teurem Gerät erzielen. Bei richtiger Verarbeitung sind sie aber auch allen anderen handwerklichen Verfahren überlegen, vielleicht mit Ausnahme der Schellackpolitur.

Aber auch für das Spritzen ist übung und Geschick erforderlich. Die Ober­flächenmittel müssen auf Spritzfähigkeit verdünnt werden, in der Regel durch Zusatz von ca. 10% Lösungsmittel. Der entstehende "Nebel" beim Spritzen gefährdet die Verarbeiter, weil die durch die Luft wirkenden Aerosole eingeatmet werden.

Deshalb ist ein wirksamer Atem­schutz zu empfehlen, ein Filter für Grobstaub reicht für diese Arbeit nicht aus. Bei kleinen oder verschachtelten Gegenständen ist mit sehr hohen Farbverlusten beim Spritzen zu rechnen.

Bei großen Flächen dagegen kann der Verbrauch im Vergleich zum Streichen durch die geringe Schichtdicken möglicherweise sogar reduziert werden. Bei sehr schnell trocknenden Oberflächenmitteln, wie z.B. Schellacken, ist das Spritzen in der Oberflächen­qualität dem Streichen weit überlegen.


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Die Behandlung und Aufbewahrung der Pinsel

Gutes Werkzeug ist Voraussetzung für ein gutes Arbeitsergebnis, so auch beim Streichen. Pinsel sollten gut aufgebunden sein, keine gestauchten Borsten haben und auch noch nicht hart geworden sein. Wer sich die Mühe machen will, der wasche neue Pinsel vor dem ersten Benutzen gut mit Wasser aus, um Leimreste von der Herstellung zu entfernen.

Pinsel, mit denen Lacke gestrichen wurden können in einem speziellen Aufbewahrungsöl z.B. von AURO längere Zeit aufbewahrt werden.

Allerdings ist eine vollständige Säuberung des Pinsels oft kaum möglich.

Wohin mit Lackresten?

Lackgebinde öliger Oberflächenprodukte dicken nicht ein, wenn die Dosen ca. 90% gefüllt sind. Deshalb sollte man Reste in kleinere Gefäße umfüllen und die Dosen nach dem Ver­schließen immer für kurze Zeit auf den Kopf stellen.

In der Praxis zeigte sich, daß Natur­farben erstaunlich lange lagerfähig sind, auch unter ungünstigen Bedingungen.

Lackreste, auch solche von Naturfarben, gehören nicht in die Kanalisation.

Am besten läßt man die geöffneten Dosen draußen offenstehen, damit die Lösemittel verdampfen, und gibt den eingedickten Rest dann zum Hausmüll.

Synthetische Lacke gehören eigentlich fast alle in den Sondermüll, landen aber in der Regel ebenfalls im Hausmüll, wo sie nicht hingehören.

Oberflächenbehandlung im Innenbereich

Im folgenden werden die Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung mit natürlichen Mitteln an verschiedenen, häufig vorkommenden Beispielen beschrieben.

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Die Möbelbehandlung

Wer rustikale Effekte liebt, kann die Möbel laugen, wie es früher in Skandinavien verbreitet war. In der letzten Zeit werden auch bei uns verstärkt gelaugte Möbel angeboten. Laugen ist nichts anderes als das "Ablaugen" des Holzes.

Das Holz wird am besten im Tauchbad einer stark alkalischen Lauge ausgesetzt. Hierzu eignet sich besonders Sodalauge, da diese weniger aggressiv als Natronlauge ist. Das Holz zeigt nach der Behandlung einen grünlich-gelblichen Farbton und auch eine etwas rauhere Oberfläche. Es ähnelt dann altem, abge­beiztem Holz.

Bei Eiche und Obsthölzern sind unschöne Verfärbungen zu erwarten, deshalb ist das Laugen hauptsächlich ein Verfahren für Weichhölzer wie Fichte und Tanne. Es ist unüblich, für die Möbelbehandlung Lasuren zu verwenden. Diese bieten zwar einen ganz guten Oberflächenschutz, ergeben aber nicht so schöne Oberflächen, wie sie für Möbel m der Regel gewünscht werden.

Daher wird nur bei sehr einfachen Weichholzmöbeln gele­gentlich mit Lasuren gearbeitet. Das Haupteinsatzgebiet der Lasuren liegt im Innenbereich bei Decken- und Wandvertäfelungen.

Für die Behandlung der Weichhölzer (Fichte/Tanne, Kiefer, Lärche) eignen sich vor allen Dingen das Ölen mit anschließendem Wachsauftrag. Man erreicht preiswerte, samtglän­zende Oberflächen, die pflegeleicht und einfach nachzuarbeiten sind und gut zum Charakter dieser Hölzer passen.

Die Oberflächen sind antistatisch und lassen das Holz "atmen". Vor einer Behandlung kann natürlich gebeizt oder gelaugt werden. Wer will kann auch mit Schellack oder Naturharzöl arbeiten.

Buchenholz (Rotbuche) eignet sich besonders gut zum Ölen. Das Holz ist dunkler und röt­licher und damit auch interessanter. Da Buche sehr viel Öl nimmt, sollte sie wirklich bis zur Sättigung behandelt werden. Die Oberfläche wird dadurch auch gut wasserbeständig.

Eiche wurde traditionell viel gewachst; damit läßt sich auch heute noch eine der schönsten Oberflächen erzielen. Wer leicht glänzende Oberflächen bevorzugt, muß mehrmals wachsen und nach dem Trocknen immer wieder kräftig polieren.

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Mit der Zeit entsteht ein milder Glanz, schöner und kaum vergleichbar mit der Oberfläche eines Glanzlacks. Wenn eine Farbton­änderung gewünscht wird, bietet sich bei Eiche das räuchern an.

Ein ähnlicher Effekt läßt sich auch mit einer stark alkalischen Beize oder durch Laugen erzielen. Der Farbton läßt sich im voraus kaum genau bestimmen, er fällt je nach Gerbsäuregehalt des Holzes sehr unter­schiedlich aus.

Daher ist eine Probebehandlung eigentlich unumgänglich. Falls das Möbel­stück aus Hölzern verschiedener Bäume besteht, kann man böse überraschungen erleben.

Ahorn, Esche und Erle werden ebenfalls häufig im Möbelbau verwandt. Für diese Hölzer können keine speziellen Empfehlungen gegeben werden.

Obstbaumhölzer (z.B. Birnbaum, Kirschbaum) zeigen sowohl gewachst als auch mit Schel­lack behandelt sehr schöne Oberflächen mit teilweise sehr unterschiedlichem Charakter.

Das Wachsen ist einfacher und ergibt eine mildere, unaufdringliche Oberfläche. Bei der Schellacklackierung kommt die Schönheit und Struktur der Obsthölzer besonders gut zur Geltung: Je nach Auftragsart (Mattierung oder Politur) und Zusammensetzung des Mittels (seidenmatter oder glänzender Schellack) sind die Ausdrucksmöglichkeiten noch einmal sehr verschieden.

Exotenhölzer, z.B. Mahagoni oder Palisander, sollten wegen des Raubbaus und der Zerstörung der Regenwälder für den Bau neuer Möbel grundsätzlich nicht verwendet werden.

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Tischoberflächen

Tischoberflächen werden in der Regel sehr stark beansprucht. Dies gilt besonders für Küchen- und Eßtische, aber auch für Wohnzimmertische, deren Oberfläche oft mit Wasser oder Alkohol in Kontakt kommt. Hier hängt es von der Holzart ab, welche Behandlung zu empfehlen ist:

Bei Buchenholzplatten empfiehlt sich als Oberflächenbehandlung das Ölen. Geölte Buchen­platten sind gut belastbar und das Nacharbeiten bereitet keine Schwierigkeiten. Auch die Beständigkeit gegen Wasser- und Alkoholeinwirkungen ist gut.

Tischplatten aus Weißbuche können durchaus auch unbehandelt bleiben, wie dies in vielen Gaststätten immer noch üblich ist. Gereinigt wird mit Scheuersand oder mit einem milden Scheuerpulver (z.B. aus dem Naurkostladen).

Wenn die Platte dick genug ist, kann sie jahrelang auf diese Art gereinigt und zwischendurch immer wieder einmal komplett abgeschliffen werden

Ahornesche oder Arbeitsplatten bleiben ebenfalls oft unbehandelt. Wie die Weißbuche ist Ahornholz recht hart und besitzt vor allen Dingen nur sehr feine Poren, so daß sich auf der glatten Oberfläche kaum Schmutz festsetzen kann.

Je nach persönlichem Geschmack kön­nen Ahorn- oder Weißbuche natürlich auch geölt werden. Flächen, wie sie für Möbel m der Regel gewünscht werden. Daher wird nur bei sehr einfachen Weichholzmöbeln gelegentlich mit Lasuren gearbeitet.

Haupteinsatzgebiet der Lasuren liegt im Innenbereich bei Decken- und Wandvertäfelungen.


Oberflächen in der Küche

Die Oberflächenbehandlung in Küchen muß der Belastung durch Wasser und der Berührung mit verschmutzen Händen besonders Rechnung tragen.

Küchenarbeitsplatten sollten aus (Rot-) Buche, Weißbuche oder Ahorn bestehen. Sie sind dann wie Tische zu behandeln. Bei Küchenmöbeln aus Buche reicht gutes ölen vollkommen aus.

Weichholzmöbel können geölt und gewachst werden, am besten wie bei der Behandlung von Fußböden beschrieben, da das den besten Schutz bietet. Andererseits wird auch durch die Behandlung mit einem Naturharzöllack eine wasserabweisende Oberfläche erzielt. Schellacke sind für Küchen ungeeignet

Wand- und Deckenvertäfelungen

Bei Wand- und Deckenvertäfelungen oder Balken reicht ein Schutz gegen Staub und Ver­schmutzen vollkommen aus. Dies läßt sich am einfachsten durch eine Behandlung mit Leinölfirnis erreichen.

Wenn mit unverdünntem Firnis gearbeitet wird, entstehen auch keine Belastungen durch Lösemittel. Es ist die einfachste und auch billigste und obendrein auch ökologische Möglichkeit, die sehr schöne Oberflächen erzeugt.

Sofern gewachst werden soll, ist eine Behandlung mit sehr dünnflüssigem streichfähigem Wachs sinnvoll. Dies läßt sich nicht nur gut verarbeiten, das dünnflüssige Wachs dringt auch gut ins Holz ein, so daß auf eine Grundierung verzichtet werden kann.

Allerdings enthalten die streichfähigen Wachse einen nicht unerheblichen Anteil an Lösemitteln. Deshalb ist auf eine sehr gute Durchlüftung zu achten, bei gesundheitlichen Problemen wie Kopfschmerzen sollte die Arbeit sofort unterbrochen werden.

In gleicher Weise stellt sich die Lösungsmittelproblematik bei den meisten Lasuren, da sie bei Vertäfelungen in der Regel großflächig zum Einsatz kommen. Fragen Sie beim Biofarbenhandel nach lösemittelfreien Lasuren.

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Lasuren sind einfach zu verarbeiten, durch Zugabe von Pigmenten ist eine farbliche Gestal­tung ohne vorheriges Beizen möglich. Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, daß gebeizte Hölzer immer schöner aussehen als farbig lasierte.

Nut- und Federbretter sollten immer vor dem Verbauen behandelt werden, insbesondere wenn gebeizt oder mit farbigen Lasuren behandelt werden soll. Andernfalls kommt nämlich unbehandeltes Holz zum Vorschein, wenn die Bretter nach dem Verbauen noch etwas trocknen und damit schwinden.

Flämmen und Sanden des Holzes

Wer es rustikal liebt, kann das Holz flämmen. Mittels Lötbrenner mit Breitdüse wird das Holz "angekokelt", je nach Geschmack mehr oder weniger stark. Bei verbautem Holz muß man allerdings einige Vorsicht walten lassen, damit kein Brand entsteht. Am besten wird draußen gearbeitet dann muß die entstehenden Schwelgase nicht einatmen und die Feuergefahr ist gebannt.

Man kann das Holz auch bis zur sehr starken Oberflächenverkohlung flämmen, und die Oberfläche anschließend mit einer Stahl- oder besser Messingbürste in Faserrich­tung ausbürsten.

Eine elektrische Bohrmaschine oder ein Winkelschleifer mit Drahtbürsten­einsatz erleichtern die Arbeit beträchtlich. Profis verwenden für diese Arbeiten teilweise sogar spezielle Maschinen: Durch das Ausbürsten wird eine starke Strukturierung der Oberfläche erreicht, da das weiche Frühholz entfernt wird und das härtere Spätholz stärker hervortritt.

Auch ohne Flämmen läßt sich ein ähnlicher Effekt erzielen, indem man das Holz sandstrahlt oder mit einer Maschine kräftig ausbürstet.

Alle diese Methoden sind ohne Spezialma­schinen recht arbeitsintensiv und eignen sich nur für Weichhölzer, besonders für Fichte und Tanne.

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Holz in Feuchträumen

Holz in Feuchträumen sollte wie im Außenbereich verbautes Holz behandelt werden. Beson­ders im Spritzbereich ist dies unbedingt zu beachten. Ein Pilzbefall ist dann auch in stark beanspruchten Bädern nicht zu erwarten.

Allerdings darf das regelmäßige Lüften nicht vergessen werden, sonst kann die Holzfeuchte langfristig doch eine kritische Höhe erreichen.

An erster Stelle steht auch hier der konstruktive Holzschutz. Im Bad muß nicht nur darauf geachtet werden, daß das Wasser gut abläuft, ebenso wichtig ist hier eine gute Hinterlüftung aller Holzbauteile.

Denn im Bad wird viel Wasserdampf erzeugt, der das Holz durchdringt und teilweise dahinter an der Wand kondensiert. Wenn diese Feuchtigkeit nicht abgeführt wird kann sie Ursache eines Pilzbefalls werden.

Bei Innendämmungen in Badezimmern ver­dient die fachgerechte Ausbildung einer Dampfbremse auf der Wandinnenseite besonderes Augenmerk.

Als Oberflächenmittel im spritzwassergefährdeten Bereich kommen eigentlich nur Lacke und Lasuren in Betracht, die auch für den Außenbereich geeignet sind. Im direkten Naßbereich ist die Verwendung von Holz allerdings kritisch, da es dort schwer zu reinigen ist, und die natürlichen Oberflächenmittel bei starker Beanspruchung durch Wasser nur einen unzu­reichenden Schutz bieten. Als Ausweg empfiehlt sich z.B. die Verlegung von Fliesen.


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Zur Verwendung von Kalk

Kalkmörtel ist dampfdiffussionsoffen und gewährleistet so eine Feuchtigkeitsregulierung. So wird die vorhandene Erdfeuchtigkeit nach außen abgegeben und bleibt nicht im Putz, in Mauerwerk oder Holz. Dadurch finden Schimmel und Pilze keinen Nährboden.
Besonders für die Bauten aus Lehm und Holz, Natur- und Ziegelsteinen bietet der Kalkputz einen idealen Schutz, da er wetterbeständig ist relativ weich und elastisch, paßt er sich den natürlichen Materialien an.

Verarbeitungsmöglichkeiten

Wie wird der Kalk nun verarbeitet? Er ist vielseitig einzusetzen: als Maurermörtel, als Grundputzmörtel für Innen- und Außenwände, als feiner Deckputz, auch für innen und außen, und schließlich als Innen- oder Außenanstrich, welchem verschiedene natürliche Farbpigmente beigemischt werden können.

Mit Kalkputzen können verschiedene Strukturen erreicht werden. So gibt es z. B. den "Besenwurf", den "Kellenwurf" fein oder grob, die Abkellung, den Stockputz, den fein geglätteten Putz oder fein abgeriebene Putze.

Neben der Struktur können auch die Putze farbig gestaltet werden durch das Beimischen von natürlichen Pigmenten und farbigem Steinmehl. Mit einiger Erfahrung können die Kalkmörtel selber gemischt und verarbeitet werde sonst aber bei einigen wenigen Firmen bezogen werden.

Wo auf Sumpfkalk verzichtet werden kann, ist das Arbeiten mit Kalkhydrat preisgünstiger, z. B. beim Herstellen von Mauermörtel und Grundputz.

Altbausanierung

Bei der Altbausanierung sollten wieder die Materialien verwendet werden, die schon bei der Erstellung der Bauwerke gebraucht wurden.

Ein altes Lehmfachwerkhaus z. B. sollte wieder mit Lehm und Holz saniert werden, Wände, die mit Kalk verputzt waren, mit Kalkmörtel verputzt und ergänzt werden.

Bei Natursteinhäusern ist es wichtig, sie mit Kalkmörtel auszufugen. Besonders vorsichtig ist der Anstrich auf den Kalkputz abzustimmen.

Da ein falscher Anstrich die guten Eigenschaften des Kalkes zerstören kann, ist ein natürlicher Anstrich nötig (Kalkanstriche). Und diese naturgetreuen Baustoffe nutzen nicht nur dem Bauwerk als solchem, sondern auch den Menschen, die darin wohnen, und auch unserer schon viel geschundenen Natur.

Denn das ist auch ein Punkt, der alle betrifft: sowohl die Leute, die ein Haus restaurieren wollen, als auch die, die neu hauen möchten. Man sollte sich in jedem Fall mit den Materialien auseinandersetzen, die verbaut werden sollen: Holz, Stein, Kalk, Lehm schenkten und schenken das Gefühl natürlicher Wärme.

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Lehm als moderner Baustoff

Holzleichtlehm

Holzleichtlehm besteht aus rindenfeinen Holzhackschnitzeln und Lehm. Das Material wird als für den Einbau fertige Mischung angeboten bzw. vor Ort angemischt. Nach dem Einfüllen hinter eine verlorene, d.h. an der Wand verbleibenden Schalung aus Lehmbauplatten oder Schilfrohr wird es leicht verdichtet.

Der Aufbau ist dann fertig für den Verputz. Holzleichtlehm eignet sich sowohl für Innendämmungen von Fachwerkaußenwänden als auch für wärmedämmende Deckenverfüllungen.

Bei richtiger Anwendung bestehen keine Schwundprobleme. Die Trocknung erfolgt im Vergleich zum Strohleichtlehm etwas schneller.

Holzleichtlehm selbst gemischt

Außenmauern: 1 Teil Sägemehl, 1 Teil feine, trockene Holzhackschnitzel, 2 Teile grobe Holzhackschnitzel, 1,5 Teile Baulehm/Ortlehm, Tongehalt mind. 7 %. Der so aufbereitete Holzleichtlehm hat ein Raumgewicht von ca. 600 kg/m3, Wärmeleitfähigkeit l = 0,17 W/(m×K).

Mineralleichtlehm

Die Leichtlehmmischung besteht aus Lehm, Sand, mineralischen Dämmstoffen (Blähton, Bims).In einem Betonmischer wird die Mineralleichtlehmmischung an-gerührt und in eine Schalung geschüttet. Anschließend wird leicht verdichtet.

Mineralleichtlehmmischungen:

Baulehm/Ortlehm mit mind. 10 % Tongehalt zu einer Lehmschlämme anrühren. Steine und Klumpen sind zu entfernen, damit nachher keine Schwundprobleme entstehen. Zusammen mit gewaschenem Sand wird die Lehmschlämme in einem Beton-Freifallmischer mit Blähton oder Bims vermischt.

Je nach Leichtzuschlag lassen sich Mischungen mit einem Raumgewicht von 500 - 1200 kg/m3 herstellen. Bei einem Raumgewicht von ca. 800 kg/m3 liegt die Wärmeleitzahl bei 0,25 W/(m×K).

Strohleichtlehm-Stampftechnik

Bei dieser Technik wird Stroh mit Lehmschlämme maschinell oder mit den Füßen gemischt und in eine Kletterschalung gestampft. Deckenfüllungen können ebenfalls in dieser Weise ausgeführt werden.

Wegen der geringen Materialkosten ist dies das bekannteste Selbstbausystem, für Lehmbaufirmen wegen des hohen Zeitaufwands jedoch auch die teuerste Lösung.

Bei zu dicken Wänden und zu geringer Rohdichte besteht die Gefahr der Schimmelpilzbildung. Ebenso nachteilig sind die extrem langen Trockenzeiten (Sommerbautechnik).

Bei einem Raumgewicht von ca. 600 kg/m3 liegt die Wärmeleitzahl bei 0,17 W/(m×K), bei mehr Strohanteil wird zwar die Dämmung erhöht, aber die Gefahr besteht, daß das Stroh zuwenig Lehmanteil hat und dadurch beim Trockenvorgang verfault.

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Naßlehmtechniken:
  • Lehmspritztechnik
  • Lehmverfülltechnik
  • Lehmwickeltechnik
  • Stranglehmtechnik
  • Lehmbrotetechnik

Trockenlehmtechniken

Lehmsteine, Leichtlehmziegel

Lehmsteine und Leichtlehmsteine werden in einem der traditionellen Handformung nachempfundenen Verfahren hergestellt. Aus diesem Grunde und wegen der Materialstruktur sind sie wie die traditionellen Lehmsteine für die Ausmauerung von Außenwandgefachen (bei sorgfältigem Verputz) sowie für nichttragendes Mauerwerk im Innen-bereich geeignet.

Die unterschiedlichen Raumgewichte werden durch die Beigabe von Weichholzsspänen und Strohhäcksel erzielt. Das Herstellungsverfahren ist wesentlich aufwendiger als das der Grünlinge.

Je nach Verwendungszweck sind mit Lehmsteinen und Leichtlehmsteinen jedoch technisch einwandfreie Lösungen möglich (Stichmauerwerk usw.).

Lehmsteine und Leichtlehmsteine werden in verschiedenen Formaten hergestellt.


Dichte (kg/m3)

Wärmeleitzahl (W/mK)

Raumgewicht-Lehmsteine

1500

0,70

Raumgewicht-Leichtlehmsteine

500 -1200

0,21


1000

0,35


1200

0,47

Grünlinge

Grünlinge sind ungebrannte Ziegel aus der normalen Produktion von Ziegeleien. Ahnlich den Strohleichtlehmziegeln werden sie in verschiedenen Formaten hergestellt. Aufgrund ihrer Materialzusammensetzung und wegen des Herstellungsverfahrens ist die Anwendung im Außenbereich auch verputzt nicht zulässig.

Grünlinge eignen sich somit nur für nichttragendes Mauerwerk im Innenbereich. Sie verfügen über eine sehr gute Schalldämmung und Wärmespeicherung aufgrund ihres hohen Raumgewichtes. Raumgewicht: 1900 kg/m³, Wärmeleitzahl 1,0 W/(m.K)

Lehm-Mauermörtel

Die vorgenannten Lehmsteine, Leichtlehmsteine und Grünlinge werden mit Lehmmörtel ähnlich dem herkömmlichen Mauern vermauert.

Mischungsverhältnis: 5 Teile Lehmpulver, 1 Teil gewaschener Sand (Körnung 0 - 2 mm). Die Lehmmauermörtel werden als Fertigmörtel bezogen oder selbst angemischt.

Lehmputze

Lehmputze eignen sich für fast alle Untergründe im Innen- und bedingt auch im Außenbereich (nur Grundputz).

Auf Lehmsteinen und Grünlingen kann immer einlagig verputzt werden. Auch andere Untergründe wie Porenbeton, Kalksandstein oder porosierte Ziegel sind bei qualitärvoller Vermauerung einlagig mit Lehmfertigmörtel zu verputzen, wobei die zweite Putzlage unmittelbar nach dem Trocknen des Grundputzes aufgetragen werden kann.

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Die Strukturierung bzw. Bearbeitung der Putzoberfläche kann je nach Wunsch erfolgen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt! Lehmputze können sowohl als Hand-, aber auch als Maschinenputz verarbeitet werden.

Es lassen sich problemlos Wand- und Deckenputze herstellen, die auch höchsten Qualitäts- und Kreativitätsansprüchen voll gerecht werden.

Zur Herstellung besonderer Mischungen können tierische und/oder pflanzliche Faserstoffe zugesetzt werden.

Lehmputze eignen sich, wie der gesamte Lehmbau, hervorragend für den Selbstbau. Schwach saugende Untergründe, wie z.B. Schilfrohrplatten, sollten eventuell vor Auftragen des Grundputzes zweimal mit einer Lehmschlämme eingeschlämmt werden.

Lehmputz-Anwendung: Lehmputze werden als trockene Fertigmörtel angeboten. Sie sind geeignet für das Anmischen mit dem Bohrmaschinenquirl oder der Baustellen-Mischmaschine. Bauunternehmenarbeiten mit Putzmaschinen. Angeliefert werden die Putze als Sackware.

Da Lehmmörtel auch erdfeucht gelagert werden kann, bietet sich der Big Bag (große Textilsäcke) oder sogar die lose Schüttung als Lieferform an. Der Putz braucht dann nicht getrocknet zu werden. Dies spart Energie und ist billiger.

Wenn man Lehmputze selber anmischen will, sollte man im Handel angebotenes Lehmpulver als Grundstoff verwenden.

Die Mischungsverhältnisse (Angabe in Raumteilen) sind dann:

  • Lehmschlämme: 1,5 Teile Lehmpulver, 1 Teil Wasser
  • Lehmunterputz: 1 Teil Lehmpulver, 1 Teil gewaschener Sand (0 - 2 mm), 1 Teil Strohhäcksel, ca. 3 cm lang
  • Lehmoberputz: Nach vollständiger Trocknung des Lehmunterput-zes Annässen der Putzfläche! 1 Teil Lehmpulver, 3 Teile gewaschener Sand (Körnung 0 - 2 mm).
Lehmbauplatte

Seit einiger Zeit wird auch eine regelrechte Bauplatte aus Lehm angeboten. Sie besteht aus Schilf, Stroh und natürlich Lehm. Diese Ausbaupalette ist Lehmverputz und Trockenbauprodukt in einem:

Sie vereint die ökologischen Vorzüge des Lehms mit den modernen Erfordernissen des trockenen und schnellen Bauens.

Die Lehmbauplatte ist für Vorsatzschalen im Holzbau, für Innenwände, für abgehängte Decken und für Dachgeschoßausbau geeignet.

Eine besondere Technik, Lehm-Masse in den oft sehr leichten modernen Holzbau zu bringen, ist die sogenannte Stapeltechnik. Dabei werden Lehmsteine trocken an der Innenseite der Außenwand als Schale aufgestapelt. Auch für Innenwände ist diese Technik geeignet.

Schwere Massen speichern die Energie aus der Sonnenwärme des Tages und sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima. Gestapelte Wandschalen lassen sich trocken und schnell auch in Eigenleistung einbauen.

Beplankt wird die Wand dann mit Lehmbauplatten. Auch ein Verputz ist möglich.

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Anstriche für Lehm

Geeignete Anstrichmaterialien für Lehmputze sind Casein-, Kalkcasein-, Kalk- oder Silikat-Mineralfarben (Wasserglasfarben).

Caseinfarbe

Eine einfache, absolut umweltschonende und zudem preisgünstige Alternative. Die Caseinfarbe setzt sich aus Kreide/Dolomit, Wasser, Magerquark, Borax, Kieselgur und Porzellanerde zusammen. Die Caseinfarbe ist für trockene Untergründe in trockenen Räumen hervorragend geeignet. Saugende Untergründe müssen grundiert werden. Hierbei hat sich eine Grundierung aus Magerquark/Borax (zwei- bis vierfach verdünnt) besonders bewährt.

Kalkcaseinfarbe

Kalkcaseinfarben werden von Herstellern biologischer Farben als Fertigprodukte angeboten. Einzusetzen als wasserabweisende, atmungsaktive Oberflächenbe-handlung (auch für Feuchträume). Als Untergrund eignen sich im besonderen Lehm- und Kalkputze. 1 Teil Caseinleim (5 Teile Magerquark + 1 Teil Sumpfkalk), 4 Teile Sumpfkalk, 2 bis 5 % Speiseöl oder Leinölfirnis. Mit dem Rührquirl intensiv vermischen. Die Farbe kann mit Wasser verdünnt werden. Es sollte mindestens zweimal dünn gestrichen werden. Auf frischen Kalkputzen auch im Außenbereich mit besten Eigenschaften einsetzbar.

Kalkfarbe

Die Lehmputzflächen sollten als Grundanstrich mit Kalkmilch behandelt werden (stark mit Wasser verdünnte Kalkfarbe). Dem Kalkbrei kann zuvor bis zu 0,5 % Leinölfirnis zugesetzt werden. Der erste und zweite Zwischenanstrich erfolgt mit verdünnter Kalkfarbe. Der Schlußanstrich erfolgt, je nach Temperatur und Saugfähigkeit des Untergrundes, leicht verdünnt mit Kalkfarbe. Möglicher Zusatz beim Schlußanstrich: bis zu 20 % Milchsäure-Casein. Technisch unbedenklich sind sogenannte Dispersions-Silikatfarben. Sie haben allerdings bis zu 5 % Kunststoffanteil. Silikat-Mineralfarben können nur auf Lehmputzflächen mit hohem Quarzsandanteil gestrichen werden (vorher überprüfen!).

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  • Grundanstrich mit Silikatgrundierung
  • Zwischen- und Schlußanstrich mit Silikatfarbe. Verdünnung je nach Untergrund bzw. Herstellervorschriften.

Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der vorgenannten Naturfarben empfiehlt es sich, nähere Informationen bei Ihrem Lehmbaufachbetrieb einzuholen.