SolarGenossenschaft Alternative in der Altmark
Vorstellung der SolarGenossenschaft:
Der Grund für die Entstehung der Solar-Genossenschaft Altmark (SGA) ist das Wissen um die Realität der Klimakatastrophe. Es geht schon lange nicht mehr um das ob, sondern darum, inwieweit wir den Anstieg der Temperatur begrenzen können. Wir wollen unter veränderten Bedingungen durch gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Projekte dafür sorgen dass auch ein Niveau an Lebensqualität erhalten bleibt und wir die Umwelt aktiv schützen.
Von Politik und Wirtschaft ist keine Hilfe zu erwarten, wie die jüngsten Entwicklungen zeigen. Andererseits leben hier in der nördlichen Altmark vorwiegend Menschen die bewusst einen sparsamen Lebensstil wählten der es nicht ermöglicht Solarprojekte aus eigener Kraft zu stemmen. Die Solargenossenschaft soll hier ansetzen.
Was ist die Solargenossenschaft?
Die SGA ist eine ideelle Genossenschaft. Das heißt, es werden keine Gewinne erwirtschaftet oder an GenossInnen ausgeschüttet. Die Beiträge finanzieren die Solaranlagen. Der Ertrag der Anlagen geht direkt in den Aufbau weiterer Anlagen. Auf diese Weise können in kurzer Zeit viele Solaranlagen errichtet werden, um zur Energiewende beizutragen. Durch gemeinsame Finanzierung ist es außerdem möglich, beim Bau der Anlagen von Banken unabhängig zu bleiben. Bankzinsen werden also nicht gezahlt. Gebaut wird erst dann wenn das Geld vorhanden ist.
Ziele und Zweck der Genossenschaft sind:
- 1. Der Aufbau und Betrieb von Fotovoltaikanlagen als Bürger-Energie-Genossenschaft.
- 2. die Aufklärung und sachgerechte Information über Sonnenenergienutzung und Vorstellung von Maßnahmen zur Einsparung von Energie.
- 3. Vorteile für die GenossInnen durch Sammeleinkauf und Großhandelspreise.
- 4. Die GenossInnen versuchen auch privat Energie sorgsam einzusetzen und Mitstreiter für das Energiesparen und die Genossenschaft zu finden.
Umsetzung:
Die SGA setzt einen monatlichen Beitrag von 50 Euro bzw. ermäßigt 25 Euro voraus. Solaranlagen werden vorrangig auf Dächern oder Flächen von Genossenschaftlern installiert. Wenn keine Dächern oder Flächen mehr von GenossInnen angeboten werden, können die Anlagen auch auf Dächern oder Flächen von öffentlichen Einrichtungen durch die Genossenschaft oder eine beauftragte Firma installiert werden. Die Genossenschaft schließt für jede gebaute Anlage einen Wartungsvertrag.Die Gewinne der Anlagen gehen, soweit nicht für die Gebühren oder Wartung benötigt, in den Aufbau weiterer Anlagen. Die Eigentümer der Dächer oder Flächen haben ein Vorkaufsrecht nach 25 Jahren. Die Anlagen verlieren dann ihre Leistungsgarantie und können zum Zeitwert abgegeben werden.
Es wird, wenn gesetzlich möglich, angestrebt den Strom an einen „grünen Anbieter“ zu verkaufen. Durch die Vermeidung von Kreditaufnahmen zur Finanzierung der Anlagen können die eingesparten Zinsen für die Ziele der Genossenschaft eingesetzt werden.
Übersicht Finanzielle Planungen
Konkrete Zahlen können erst in einiger Zeit erstellt werden, deshalb hier einige Modellrechnungen:
Bei 80 Mitgliedern von denen 60 den ermässigten Beitrag und 20 den normalen Beitrag zahlen sind das pro Monat 2500 Euro.
Für Grosshandelskunden kostet eine 1kw-Anlage ca. 3500 Euro.
Hinzu kommen noch Kosten für die Montage und den Stromanschluss.
Es könnten also ungefähr alle 2 Monate eine Anlage gebaut werden.
Eine Anlage hat einen ungefähren Leistungsertrag von 800kw pro Jahr.
Dafür werden derzeit pro kw/h durch die Solarstrom-Vergütung 42,48 Cent gezahlt. (ca. 340 Euro pro Jahr)
Nach 4 Jahren kann die Solaranlagenförderung halbiert werden. Dann könnten mit 25 Anlagen ca. 8500 Euro pro Jahr erwirtschaftet werden.
Das freiwerdende Geld kann für die Anschaffung von Solarmobilen, Solar- oder kleinen Windanlagen sowie für Dämmkredite benutzt werden.
Nach 6 Jahren vermehren sich die Anlagen ohne Zuschuss und neue Förderungen wären möglich. Dann sollte der Beitrag erstmals um 5 bzw. 10 Euro gesenkt werden.
Vorteile für die GenossInnen
- Kostenfreie Beratung der GenossInnen zu Themen der umweltfreundlichen Energieherstellung, Dämmung und Mobilität
- begünstigter Kauf von einzelnen Solarmodulen für den schrittweisen Aufbau einer Insellösung oder zur Produktion von Lichtstrom.
- Bezug einer kompletten Anlage durch Sammeleinkauf der Genossenschaft.
- Kredit für den Aufbau einer Kleinstwindanlage
- Beratung und Hilfe von Genossenschaftsmitgliedern bei Auswahl und Aufbau der technischen Anlagen
- GenossInnen können Solarmobile über die Genossenschaft billiger erwerben.
- Solarmobile auch als Carsharingvariante in Dörfern mit Genossenschaftsmitgliedern
- Wenn die Beratung von Mitgliedern für Dämmmaßnahmen durch die Genossenschaft erfolgt können Kredite vergeben werden. Hierdurch soll sichergestellt sein dass die Maßnahmen sinnvoll sind und sonstige Förderungen für diesen Bereich auch ausgeschöpft werden. Die Kreditzinsen entsprechen der Inflationsrate und sind angepasst an die finanzielle Belastbarkeit der Kreditnehmer.
- Der Einkauf von Solarkollektoren kann bei entsprechenden Mengen über die Genossenschaft erfolgen. Bei ungenügender Dämmung können nur Anlagen über die Genossenschaft gekauft werden die für die Herstellung von warmen Wasser dienen. Für den Einsatz von Solarkollektoren zu Heizungszwecken muss eine geeignete Dämmung vorhanden sein da die Wirkung sonst verpufft.
- (Mit-)Eigentümer Modell
Der Wechselrichter(der den Strom der Solaranlage ins Netz einspeist)kann in dieser Leistungsstufe auch den Strom einer doppelt so grossen Anlage einspeisen. (Statt 1-1,2 kW dann 2,0 - 2,3kW) So könnte eine weitere Anlage kostengünstig installiert werden. Wir haben nun 2 Anlagen die über einen Wechselrichter ins Netz einspeisen Die Genossenschaftsanlage und die Eigentümeranlage. Zu klären wäre die Finanzierung der zweiten Hälfte. Das kann die Genossenschaft nicht mehr leisten. Dies könnte evtl. über die KfW oder besser über private Kredite geregelt werden. Der Eigentümerteil der Solaranlage ist nun stark verbilligt: Da derjenige der das Dach zur Verfügung stellt nur die reinen Kosten seiner Hälfte der Solaranlage trägt fallen für ihn die ganzen elektrischen Anschlusskosten weg. Der Förderanteil der vom Staat kommt wird ebenfalls abgezogen. Eine grobe Rechnung ergab dass nach diesem Verfahren ein Gesamtbeitrag von ca 50 Euro zu zahlen wäre. Aufgeteilt wären das 25 Euro für Mitgliedsbeitrag und 25 Euro monatlich zusätzlich zum Tilgen. Diese Tilgung müsste aber vorzugshalber über private Kredite organisiert werden. Menschen die einen 5stelligen Betrag zur Verfügung stellen weil sie den Ausbau von Solaranlagen unterstützen wollen könnten diese Kredite finanzieren ohne dass die SG sich verschuldet. Hier könnte eine monatliche Rückzahlungsrate für die Kreditgebenden vereinbart werden. Nach ungefähr 5 Jahren wäre der private Anteil der Solaranlage abbezahlt. Der Eigentümer kann dann für den Rest der staatlich zugesicherten Laufzeit mit ca. 30 - 40 Euro pro Monat rechnen. Die ungefähr 25 Euro Zuzahlung für die eigene Hälfte der Anlage sind deshalb so niedrig weil der (Solare) Gewinn der Anlage und der staatliche Förderanteil schon abgezogen wurden.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- es werden die doppelte Anzahl von Anlagen im gleichen Zeitraum installiert
- die finanzielle Abwicklung läuft aus einer Hand
- durch das Eigentümermodell mehr Motivation
- bessere Verhandlungsbasis für die SG beim Einkauf
- eine eigene Anlage ist auch bei wenig Einkommen leistbar
Wer sich also mit den Finanzierungsmodellen beschäftigen will ist in der AG Finanzen willkommen. ;-)
Genossenschaft Intern
Der Vorstand der Genossenschaft besteht aus 2 Personen.
Der Aufsichtsrat aus 3 Personen.
Der Vorstand und Aufsichtsrat rotieren alle 2 Jahre.
Der Verwaltungsaufwand sollte so gering wie möglich sein.
Die Vorstandsarbeit soll so vereinfacht werden dass jedes Mitglied mit Interesse die Vorstandsarbeit wahrnehmen kann.
Die Kommunikation über das Internet soll helfen Wege zu vermeiden.
Die Kosten für die Anmeldung der Genossenschaft sowie weitere unabdingbare Betriebskosten sollen durch Spenden erbracht werden.
Eine Anerkennung als gemeinnützig wird angestrebt.
Solaranlagen werden vorrangig auf Gebäude und Gelände der GenossInnen installiert.
Der Vorstand beauftragt, kontrolliert und beaufsichtigt die ausführenden Firmen falls die erforderlichen handwerklichen Fähigkeiten zum Aufbau der Anlagen durch die GenossInnen nicht vorhanden sind.
Können keine weiteren GenossInnen für den Aufbau weiterer Anlagen geworben werden
verhandelt die Genossenschaft mit öffentlichen Trägern über die Aufstell- und Wartungsbedingungen.
Die Ergebnisse werden im Internet für die Genossenschaftsmitglieder veröffentlicht.
Der gesamte personelle wie energetische Aufwand soll so niedrig wie möglich gehalten werden. Durch die Nutzung des Internets sollen Kosten und Wege erspart werden.
Weitere Projekte sind erwünscht. (siehe Projektinfo Alternative in der Altmark)
Die Projekte werden nicht zentral geleitet. Jedes Mitglied kann alleine oder mit mehreren ein Projekt gründen und begleiten.
Ideeller Hintergrund:
Der Netzwerkgedanke
Die Genossenschaftsaktionen bilden den Hintergrund eines sozialen Netzwerks. Nicht Gewinn, Macht, Einfluss oder Prestige stehen im Vordergrund sondern die Einsicht dass gehandelt werden muss um das Ausmaß der Klimakatastrophe zu begrenzen.
Die sozialen Kontakte untereinander sollen durch Treffen und andere gemeinsame Aktionen die der Umwelt und den Mitgliedern dienen vertieft werden. Förderer und Spender sind willkommen wenn sie es unter obengenannter Prämisse tun.
Mut machen
Initiativen wie die SGA tragen dazu bei, die verbreitete Mutlosigkeit und Ohnmacht angesichts der drastischen Veränderungen, die uns drohen, zu überwinden. Die Genossenschaft bietet vielen Menschen unterschiedlichen Hintergrunds die Möglichkeit, auf unkomplizierte Weise unmittelbar an der Energiewende mitzuwirken und greifbare Resultate zu erzielen. Da der Aufwand für den Betrieb der Genossenschaft gering gehalten werden kann, haben die Mitglieder Zeit für andere Tätigkeiten. So können alle an der Werbung neuer Mitglieder oder Öffentlichkeitsarbeit teilhaben. GenossenschaftlerInnen können sich zum Austausch über praktische Methoden des energiesparenden Lebens treffen und haben bei Interesse genug Zeit, gemeinsam weitere sinnvolle Initiativen von unten zu entwickeln, in denen Eigennutz und Gemeinnutz einhergehen.
Das Motiv
Die Genossenschaftsgründung beruht auf dem Wissen der GenossInnen um die Entwicklung des Klimas und der Sorge dass durch die Monopole der Energiekonzerne eine Umstellung der Energieerzeugung auf regenerative Energieformen behindert wird. Deshalb ist es wichtig Elektrizität dezentral umweltfreundlich zu erzeugen um den Konzernen hierdurch die Gewinne und ihren politischen Einfluss zu schmälern Die Genossenschaft will effektive Maßnahmen zur Verminderung der Ausmaße der Klimakatastrophe umsetzen.
Yes we can
WissenschaftlerInnen verweisen inzwischen in seltener Einigkeit auf die menschengemachten Ursachen der Klimakatastrophe. Auch der Weltklimarat der UNO hat die Politik in ungekannter Deutlichkeit zum Handeln aufgefordert. Trotzdem verschließen sich die EntscheidungsträgerInnen in den nationalen Parlamenten und den oberen Konzernetagen weiterhin der längst überfälligen Energiewende.
Derartige Scheinlösungen beruhen auf der selben Geisteshaltung, welche die Kilmakatastrophe überhaupt erst hervorgebracht hat. Lösungsansätze, die kurzfristige Gewinne versprechen, tragen dazu bei, vor den gravierenden mittelfristigen Problemen dieser Technologien die Augen zu verschließen. Vor allem, weil die dadurch entstandenen Kosten anders als die Gewinne überwiegend an die Gesellschaft durchgereicht werden. Eine Erzeugung und Nutzung von Energie, die zwar beim Umstieg kurzfristig höhere Kosten verursachen würde, langfristig jedoch umweltschonend, effizient und deutlich kostengünstiger wäre, ist daher weder für die Politik noch für die Wirtschaft opportun. Es liegt also auf der Hand, dass eine solche Energiewende nur durch Initiativen von unten herbeigeführt werden kann. Zu diesem Zweck wollen wir die SGA gründen.
Vision:
Durch die Solidarität der Menschen entsteht ein starkes Netz der Unterstützung Sobald die Genossenschaft in einer Region erste Erfolge aufzeigen kann, können verstärkt Anstrengungen in die überregionale Verbreitung der Idee fließen. So kann mit der Zeit ein selbst geschaffenes Netz von Regionen entstehen, die durch praktische Initiativen von unten die Energiewende herbeiführen.
Mögliche Initiativen innerhalb der Solargenossenschaft
| AG Gründung | AG Mobilität | AG Grauwasser |
| AG Windenergie | AG Bauabnahme | AG Öffentlichkeitsarbeit |
unabhängige bestehende Initiativen und Betriebe
| Lehmbaubetrieb | Filzwerkstatt | Dämmbetrieb |
| Buchversand | de bunte vier | FoodCoop |
| Bioladen | Umweltberatung | Biobäckerei |
| Biogartenversand | Pilz-Zucht | Fladenbäckerei |
unabhängige mögliche Initiativen und Betriebe
| Job-Börse | Landgenossenschaft | AG Wohnraumsuche |
| Solarbetrieb | Saatgutbörse | AG Transition |