Vorbereitungen für eine neue Wandgestaltung
Vor der Entscheidung welche der
Tapete erneuert wird muss erst die alte weichen. Am besten eine
Stunde angefeuchtet mit Wasser.
Ein Spritzer Spülmittel im
Einweichwasser, das mit einem Quast auf der Tapete verteilt werden
kann, leistet gute Dienste.
Soll die vorhandene Tapete
überstrichen oder tapeziert werden, sollte sie festhaften und
ohne Blasen- und Faltenwurf sein.
Wasserdichte Tapeten erst anreissen
vor dem Nässen. Alte Kunststofftapeten oder mit Kunststoffarben
gestrichene Tapeten gehören in den Sondermüll.

Tapeten
Sind die Wände von alten
Papierschichten befreit besteht die Wahl zwischen Wandanstrich und
Tapeten.
Die verputzten Wände können
auch mit Naturpigmentfarben verschönert werden. Diese
werden mit Hilfe von Pinseln, Schwämmen oder Lappen auf die Wand
getupft wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.
Auch Wandlasur-Pflanzenfarben können
eine ungewöhnliche optische Wirkung entfalten. Die besondere
Note dieses Anstrichs ist die Transparenz der Lasur die z.B. auch die
Holzlasuren aufweisen.
Für eine zufriedenstellende
Erscheinung ist allerdings ein größeres Maß an
handwerklicher Erfahrung im Verarbeiten von Naturfarben erforderlich.
Zu Beginn wird die Wand mit einer
hochweißen Caseinfarbe grundiert, auf die dann mehrfach die
Lasur im gewünschtem Farbton aufgetragen wird.
Sehr oft entscheiden sich heute
Heimwerker für Raufasertapeten da sie sich leicht verarbeiten
lassen. Die stärksten Raufasertapeten erfordern etwas Übung.
Neben dem heute im Vordergrund
stehenden Dekorationseffekt kann die "Wandbekleidung" einen
Teil der Luftfeuchtigkeit des Raumes aufnehmen bzw. abgeben und die
Oberflächenkühle der Wand mindern. Auch Staub, Schmutz und
Gerüche werden festgehalten.

Die Papiertapete
Tapetenpapier als Trägermaterial
haben fast alle Tapeten gemeinsam. Es besteht aus maschinenglattem
Papier (65 bis 160 g/m2), das schwach geleimt und holzschliffartig
ist. In der Regel wird auch Altpapier beigemischt.
Bei stark saugenden Untergründen
wie Kalkputz oder Gipsplatten, sollte mit einem
Methylzellulosekleister als Makulatur vorgestrichen werden.
Außerdem haften die Tapeten
besser auf dem Untergrund. Methylzellulose ist ein baubiologisch
akzeptabler Kleister, dem allerdings formaldehydabspaltende
Kunstharze und nicht kennzeichnungspflichtige Fungizide
(Antipilzmittel) zugesetzt sein könnten.
Empfehlenswert sind alle Tapeten
aus Zellstoff oder Holzschliff, die mit Naturharzen und -leimen
gebunden sind.
Ihre Farbaufdrucke sollten keine
schwermetallhaltigen Pigmente besitzen. Papiertapeten tragen durch
ihr Wasserdampfaufnahme- und Wasserdampfabgabevermögen zu
einem guten Raumklima bei. Unter den Papiertapeten gibt es auch mit
dem Umweltengel ausgezeichnete Produkte, die zu 60% aus Altpapier
bestehen.

Rauhfasertapeten und ihre Anstriche
Rauhfasertapeten sollten einem
Anteil von mindestens 80% Altpapier haben und mit dem blauen Engel
ausgezeichnet werden.
Kunststoffhaltige Binderfarben
versiegeln die Wände, es kann zur Bildung von Kondenswasser und
zu Schimmelflecken führen. An kalten Außenwänden
bilden sich häufig Pilzkolonien, die die Raumluft mit
Sporen belasten können. Von Fungiziden in Kleistern oder
Anstrichfarben ist abzuraten.
Als gute Alternative bieten sich
Dispersionsfarben auf Naturharzbasis an. Sie eignen sich außer
als Tapetenanstrich auch direkt für Putz, Beton, Mauerwerk,
Gipskarton und Holz.
Als Abtönfarben stehen
zahlreiche natürliche Erd- oder Mineralpigmente zur Verfügung.
Ein solcher Anstrich hat eine hohe Deckfähigkeit und gute
Waschfestigkeit.
Sein besonderer Vorteil ist die
große Dampfdurchlässigkeit von über 90%, die zum
gesunden Raumklima beiträgt.
Die häufig zur Wärmedämmung
oder zur Abhilfe bei feuchten Wänden benutzte
Styropor-Untertapete ist nicht empfehlenswert. Häufig bleibt die
Feuchtigkeit hinter der Tapete, da die Ursache nämlich mangelnde
Luftzirkulation, nicht behoben wurde und die Tapete löst sich
ab. Der Wärmedämmeffekt ist ohnehin gering.
Welche Tapeten sind empfehlenswert:
- Baubiologisch akzeptabel sind stark altpapierhaltige Rauhfasertapeten auf Naturharzbasis, die
mit Kalkleimfarben oder Dispersionsfarben ebenfalls auf Naturharzbasis gestrichen werden sollten.
- Als Kleister bieten sich Stärkekleister oder Methylzellulosekleister an. Ihnen sollten weder Fungizide noch Kunstharze zugesetzt sein.
- Geeignet sind weiterhin Naturfasertapeten ohne Oberflächenversiegelung und Kunstharze, die die Wände nicht luftundurchlässig machen. Eine Alternative ist das Bespannen von Wänden mit Naturstoffen aus Jute, Seide oder Baumwolle.

Natürliche Oberflächenbehandlungsmittel
Baubiologisch akzeptabel sind im engeren Sinn nur natürliche Mittel und Methoden, die die günstigen Auswirkungen des unbehandelten Holzes auf das Raumklima erhalten oder nur gering beeinträchtigen. Mit diesen Mitteln und Methoden werden im Innenbereich vor allem zwei Ziele der
Oberflächenbehandlung erreicht:
a) der Schutz vor Verschmutzung und Abnutzung,
b) eine verschönernde und dekorative Wirkung.
Als natürliche Mittel kommen nur Produkte in Frage, deren Rohstoffe aus Naturstoffen gewonnen werden. Allerdings ist die Grenze zwischen natürlichen und synthetischen Oberflächenbehandlungsmitteln nicht immer einfach zu ziehen.
Die Naturfarbenhersteller haben für ihre Produkte einige Grundsätze aufgestellt, an denen man sich orientieren kann. Sie verwenden natürliche Rohstoffe, die
chemisch nicht oder nur wenig verändert werden..
Diese Rohstoffe sind soweit als möglich nachwachsend. Aufgrund ihrer Herkunft sind sie biologisch abbaubar. Bei den Herstellungsverfahren wird vorrangig auf Umweltverträglichkeit geachtet.
Je nachdem wie stark diese Mittel nach der Behandlung einen Film auf dem Holz bilden, sind folgende große Gruppen zu unterscheiden:
trocknende Öle leichte Filmbildung;
Wachse kein oder hauchdünner Film;
Lasuren leichte bis starke Filmbildung;
Ölfarben mittlere bis starke Filmbildung;
Lacke starke Filmbildung.
Entsprechend der Stärke des
Films verändern sich auch die natürlichen Eigenschaften des
Holzes. Je stärker dieser Film ausgebildet ist, desto mehr geht
die Offenporigkeit und damit die Atmungsfähigkeit des Holzes
verloren. Auch die elektrostatische Aufladbarkeit verändert sich
in Abhängigkeit vom aufgetragenen Mittel.
Da in der Literatur und bei den
Händlern die Bezeichnungen für die einzelnen Produkte
häufig variieren, ersehen Sie aus der folgenden Übersicht,
welche Produkte gängig sind und wie sie sich unterscheiden.

Leinöl
wird aus dem Leinsamen, der Saat des
Flachses, gewonnen. Durch die Aufnahme von Sauerstoff aus der Luft
kann es selbständig trocknen. Allerdings ist die Trocknungszeit
beträchtlich. Leinöl ist in fast allen natürlichen
Oberflächenbehandlungsmitteln als Hauptbestandteil
enthalten.
Standöl = Hartöl
ist unter Luftabschluß
verkochtes Leinöl. Während des Kochens verbinden sich die
Leinölmoleküle zu Großmolekülen und
verleihen entsprechenden Anstrichen mehr Glanz und größere
Strapazierfähigkeit.
Leinölfirniß
ist ebenfalls verkochtes Leinöl,
dem jedoch Trockenstoffe (= Sikkative) zugesetzt sind. Es trocknet
daher erheblich schneller als das ursprüngliche Leinöl. Als
alleiniger Anstrich ist es eines der gesündesten
Oberflächenbehandlungsmittel. Für Ölfarben; Lacke und
Lasuren ist es als Bindemittel unentbehrlich.
Halböl
bestand ehemals aus gleichen Teilen
Leinölfirnis und Balsamterpentinöl. Heute werden auch
andere ölverdünnende Lösemittel eingesetzt,
insbesondere von herkömmlichen Farbenherstellern. Es dient
der Grundbehandlung von Oberflächen, da es durch den
Lösemittelanteil besonders gut einzieht und eine größere
Strapazierfähigkeit der Oberfläche erzeugt. Bei der
Anwendung belasten die verdunstenden Lösemittel die Raumluft.
Naturharzöl = Grundieröl
wird als fertiges Halböl von
den Naturfarbenherstellern angeboten und ist meistens mit
Naturharzen angereichert. Dadurch eignet es sich besonders als
belastbare Grundierung für Lasuren. Grundieröl und
Endanstrich sind häufig von den Farbherstellern aufeinander
abgestimmt und sollten möglichst vom gleichen Hersteller
bezogen werden.

Wachse
zur Oberflächenbehandlung
bestehen aus Bienenwachs und weiteren Zusätzen. Da Bienenwachs
nur bei ca. 800 C gut zu verarbeiten ist, werden Gemische mit
Leinölfirnis und Lösemitteln angeboten.
Damit ist ein Oberflächenschutz
für gering beanspruchte Flächen herzustellen. Harte
Oberflächen sind mit der Zugabe von Carnaubawachs zu erzielen.
Carnaubawachs wird aus den
Blättern des südamerikanischen Carnaubastrauches gewonnen.
Gewachste Flächen können
durch mehrfaches Nachwachsen und Polieren fast bis zum Hochglanz
gebracht werden. Die Oberfläche bleibt wasserdampfdurchlässig.
Holzlasuren = Leinöl-Holzlasuren
bestehen aus Leinölfirnis,
Standöl, Naturharzen, Lösemittel und eventuell Pigmenten.
Lasuren sind durchscheinend und belassen die Holzoberfläche
weitgehend offenporig. Sie eignen sich insbesondere für Wand-
und Deckenanstriche.
Leinöllackfarben = Ölfarben
bestehen aus Leinölfirnis und
Pigmenten. Zur Verbesserung der Verarbeitungseigenschaft und
Oberflächenqualität werden weitere Bestandteile wie
Standöl, Naturharze und Trockenstoffe zugesetzt.
Die entstehende Oberfläche ist
elastisch und wasserdampfdurchlässig. Allerdings ist sie wenig
abriebfest und neigt z.B. bei Fensterrahmen zum Verkleben.
Naturharzlacke
sind in ihren Eigenschaften
weitgehend den Alkydharzlacken ähnlich. Als Bindemittel
enthalten sie trocknende Öle und Naturharze, als Lösemittel
Balsamterpentinöl u.a.
Naturharzöllacke
enthalten neben den Inhaltsstoffen
der Naturharzlacke weitere Öle und Trockenstoffe. Sie verhindern
ebenso wie die vorher genannten Anstriche die Atmungsfähigkeit
von Holz und eignen sich daher gut für Anstriche von Metall oder
Stein.
Wichtiger Hinweis
Das Einatmen von organischen
Lösemitteln ist in keinem Fall gesund, ob es sich nun um
synthetisch hergestellte wie Testbenzin oder um natürlich
vorkommende wie Balsamterpentinöl handelt.
Auch wenn Naturharzlacke verarbeitet
werden, ist es deshalb unerläßlich, sparsam zu arbeiten
und gut zu lüften.

Schellack
wird aus dem Ausscheidungsprodukt
der indischen Schildlaus gewonnen und in Alkohol gelöst.
Durch das schnelle Verdampfen des Alkohols trocknet er zügig und
ergibt einen harten glänzenden Lackfilm.
Die Atmungsfähigkeit des Holzes
wird stark eingeschränkt. Durch besondere Methoden, Mittel
und Polituren lassen sich besonders schöne Oberflächen
herstellen.
Natürliche Oberflächenbehandlungsmethoden
Grundierungen
Leinöl wird mit Lappen oder
Pinsel auf die Oberfläche aufgetragen. Je nachdem wie gut es
einzieht, ist bei stark saugenden Hölzern wie der Buche ein
weiterer Anstrich "naß in naß" angebracht.
Naß in naß bedeutet, daß
der erste Anstrich noch nicht trocken ist, während der zweite
Anstrich erfolgt. Danach wird das überschüssige Ö1 mit
einem fusselfreien Lappen abgewischt bzw. gleichmäßig ein
weiteres Mal verteilt. Glänzende Stellen würden sonst lange
Zeit klebrig bleiben.
Für Wände ist meist ein
Anstrich ausreichend, für Fußböden kann dieser
Arbeitsgang zur Erhöhung der Strapazierfähigkeit mehrfach
wiederholt werden.
Je nach Temperatur und
Luftfeuchtigkeit trocknet der Ölanstrich in ein bis zwei Tagen.
Zwischen den jeweiligen Anstrichen ist es ratsam, den Boden
leicht zu schleifen (Körnung 280).
Besser dringt das Leinöl in das
Holz ein, wenn es im Wasserbad auf 60-g0 C erhitzt wird. Zu beachten
ist dann dringend die Gefahr der Selbstentzündung von
ölgetränkten Lappen o.ä. Bei der Verwendung von
Halböl, das brennbare Lösemittel enthält. vergrößert
sich die Brandgefahr rapide. Es sollte daher keinesfalls
erhitzt werden.
Halböl und Naturharzöl
eignen sich für eine Grundierung ebenfalls sehr gut, da sie
durch den Lösemittelanteil gut ins Holz eindringen können.
Auf die gesundheitlichen Gefahren durch die Lösemittelverdampfungen
sei hier nochmals verwiesen.

Nachbehandlung mit Wachsen
Da die Verarbeitung reinen
Bienenwachses durch Einreíben sehr mühsam ist, wird es
häufig mit dem Lösemittel Balsamterpentinöl vermischt
angeboten. Es dringt dann leichter in das Holz ein.
Vermischt mit Leinöl erhält
man eine stärker glänzende Oberfläche, die allerdings
recht empfindlich ist. Für Fußböden ist eine Mischung
mit dem erwähnten Carnaubawachs und Balsamterpentinöl
unerläßlich.
Vereinfacht werden kann der
Wachsauftrag durch Erhitzen des Wachses im Wasserbad. Das Wachs wird
schließlich hauchdünn in Faserrichtung eingerieben oder
verstrichen.
Nach ein bis zwei Tagen
Trocknungszeit wird die Oberfläche mit Lappen abgerieben und
anschließend poliert. Dazu eignen sich bei Fußböden
auch die altbekannten Bohnerbesen .
Lackieren
Als Vorarbeit muß der
Untergrund geschliffen und staubfrei sein. Entweder kann dann ein
Vorstreichlack oder eine Grundierung wie oben beschrieben aufgebracht
werden.
Auf jeden Fall sind die
Herstellerangaben des jeweiligen Lacks zu beachten. Nach dem Trocknen
der Vorstreichfarbe sollte der Untergrund nochmals geschliffen
werden. Anschließend wird der Decklack ein- bis zweimal dünn
aufgetragen.
Eventuell ist wiederum ein
Zwischenschliff nach völligem Abtrocknen ratsam. Die
Lackoberfläche ergibt schließlich einen strapazierfähigen
Schutzfilm.
Ob es vorteilhafter ist, Holzböden
mit Naturharzlacken zu lackieren oder zu wachsen, hängt vom
eingesetzten Holz ab. Bei Hartholzböden hat sich ein Wachsfilm
als belastbarere Oberfläche erwiesen.
Für Holzfußböden
gibt es weitere Methoden des Oberflächenschutzes. Die einfachste
ist das völlige Fehlen eines Anstrichs.
Dafür wird von Zeit zu Zeit der
Schmutz durch Ablaugen mit Soda entfernt. Nach und nach nutzt sich
das Frühholz ab, das Spätholz bleibt stehen.
Im Ergebnis zeigt das Holz
deutlich seine eigene Struktur. In alten Gasthäusern können
Sie solche Böden heute z.T. noch bewundern.
In Dänemark ist es üblich,
Holzfußböden dreimal mit reiner Schmierseife einzufetten.
Sie erhalten dadurch einen recht strapazierfähigen Fettfilm, der
jeweils bei der Feuchtreinigung mit Schmierseifenwasser ergänzt
wird.

Eigenschaften die Holz als Baustoff auszeichnen
Holz ist der empfehlenswerteste
baubiologische Baustoff, da. er das Raumklima günstig
beeinflußt, unter Umweltaspekten positiv einzustufen und
leicht zu verarbeiten ist.
Je nach Holzart kann unter
verschiedensten Farben und Zeichnungen gewählt werden. Ebenfalls
von der Art sind Härte, Dichte und Festigkeit abhängig.
Großen Beanspruchungen hält Holz in Richtung der Fasern
stand.
Als entscheidendes Qualitätsmerkmal
wird häufig die Biegefestigkeit und Elastizität
bewertet, die bei gleichzeitig relativ geringem Gewicht gewährleistet
wird.
Weiterhin besitzt Holz eine geringe
Leitfähigkeit für Wärme und kann daher für
Dämmzwecke genutzt werden.
Seine elektrische Leitfähigkeit
hängt direkt vom Wassergehalt ab und ist aufgrund der
häufig vorhandenen Restfeuchte gut. Die Lebensdauer von Holz
reicht von 900 Jahren für trockenes Kiefernholz bis zu mehreren
tausend Jahren für Eichenholz.
Eine wesentliche Eigenschaft des
Holzes ist seine Fähigkeit zur Wasserdampfaufnahme und -abgabe.
Frisches Holz kann bis zu 50 Gew.-% an Wasser enthalten. Trocknet es,
ziehen sich die Holzfasern zusammen, das Holz schwindet. Das
Schwundmaß hängt von der Holzart ab.
Die größten Verluste
entstehen in Richtung der Markstrahlen wenig in der Länge. Der
Trocknungsprozeß sollte daher unter bestimmten Bedingungen
erfolgen, damit nicht fertige Werkstücke später nicht mehr
passen.
Holz kann allerdings auch Wasser
beim Quellen wieder aufnehmen und seinen Querschnitt dadurch
vergrößern. Nadelhölzer und Laubhölzer
unterscheiden sich im allgemeinen durch ihr Gewicht und ihre
Festigkeit.
Durch ihre Schnellwüchsigkeit
sind sie günstiger im Preis als Laubhölzer und finden daher
als Bauholz und für viele andere Einsatzzwecke gute
Absatzmärkte. Vom Kauf tropischer Hölzer sollte völlig
abgesehen werden, da es eine größere Auswahl einheimischer
Ersatzhölzer gibt.
Die Schonung der tropischen
Regenwälder ist letztendlich ein Schutz unserer eigenen
Atmosphäre und unseres eigenen klimatischen Lebensraumes.
Erst wenn die Nachfrage in den industrialisierten Ländern nach
Tropenholz versiegt, werden auch die letzten Reste der Regenwälder
nicht mehr abgeholzt.
Ziel einer Oberflächenbehandlung
von Hölzern ist der Schutz vor Abnutzung, Schmutz und
Feuchtigkeit. Gleichzeitig sollten die natürlichen Eigenschaften
des Holzes erhalten bleiben. Dafür bieten sich verschieden weit
verarbeitete natürliche Produkte auf der Basis von Leinöl
oder Wachse an.
Lackierungen sollten wegen der
Atmungsbehinderung auf stark beanspruchte Fußböden
beschränkt bleiben.

Holzverkleidungen an Wand und Decke
Eine echte Alternative zu Tapeten und verputzten Wänden sind Wand- und Deckenverkleidungen mit Holzbrettern.
Zwei Fliegen mit einer Klappe
schlägt man, wenn nachträglich Außenwände mit
Hilfe von Holzverkleidungen gedämmt werden. Gern werden
Holzverkleidungen auch aufgebracht, um unebene Wände,
Zählerkästen, Leitungen oder ähnliches dekorativ zu
verbergen.
Weitere Einsatzmöglichkeiten
bieten sie als Wandschränke, als Zwischenwände, zur Schall-
und Wärmedämmung, um zu hohe Decken niedriger zu machen,
für Dachschrägen usw.
Für Holzverkleidungen werden
sowohl massive Bretter mit Nut und Feder als auch Paneele oder
Kassetten aus furniertem Sperrholz oder kunststoffbeschichtetem
Polystyrol im "Holzdesign" angeboten.
Durch die Art der Herstellung und
die Verwendung von Holz mit minderer Qualität sind giftige
Inhaltsstoffe hier wahrscheinlich. Ganz abgesehen davon, daß
bei diesen Holzarten Pestizide verwendet sein können, ist
eine Ausgasung von Formaldehyd aus dem Leim oder Kleber zu
befürchten.
Auf Holzschutzmittel in Innenräumen
ist grundsätzlich zu verzichten.
Soll die Oberfläche der
Holzverkleidung zum Schutz gegen Schmutz oder Feuchtigkeit, zum
Beispiel in der Küche, dem Bad, dem Flur oder dem
Kinderzimmer behandelt werden, bieten sich Öle, Wachse oder
Lasuren an.
Der einfachste Schutz besteht in
einem Anstrich mit Leinölfirnis. Dünnflüssige Wachse
und Lasuren dringen besser in das Holz ein, bringen durch die häufig
großen Flächen jedoch eine hohe Lösemittelbelastung
mit sich. Das gilt auch für Balsamterpentinöl als
natürlichem Lösemittel.
Konstruktiver Holzschutz
Lärche und Eiche sind eher für
Naßräume geeignet als die beliebten und preisgünstigeren
Hölzer der Kiefer, Fichte und Tanne.
Daneben können bei der
Konstruktion von Wandverkleidungen einige Maßnahmen
ergriffen werden, um eine Durchfeuchtung des Holzes, einen Nässestau
und die damit einhergehende Schimmelpilzbildung zu vermeìden.
Oberstes Prinzip in diesem
Zusammenhang ist es, eine Luftzirkulation, also eine Hinterlüftung
der Verkleidung schon beim Bauen zu gewährleisten.
Vorarbeiten zur Holzoberflächenbehandlung
Im Tischlerhandwerk heißt es:
"Jede Oberflächenbehandlung ist nur so gut wie die
Vorbehandlung des Untergrundes." Auf rauhen oder
schmutzigen Holzflächen machen hochwertige Behandlungen
keinen Sinn.
Zuerst müssen eventuelle
Fehlstellen ausgebessert oder gekittet und das Holz geschliffen
werden, nach Möglichkeit mehrmals. Je nach Oberflächenzustand
der zu behandelnden Fläche beginnt man mit 60 er oder 80 er
Papier zu schleifen, dann folgt ein Schliff mit 100 er oder 120er
Papier.
Das reicht bei Fußböden,
Wandvertäfelungen oder beim Wachsen und Ölen von
Weichhölzern in der Regel vollkommen aus. Zuviel kann hier
allerdings nicht schaden. Wer eine besonders schöne Oberfläche
wünscht, sollte lieber noch einmal mit 150 er oder 180 er Papier
nachschleifen.
Geschliffen wird immer in
Faserrichtung. Querkratzer sind kaum noch zu entfernen und besonders
bei glänzenden Beschichtungen oder nach dem Beizen später
sehr gut sichtbar. Für das Schleifen von Hand sollte man einen
Schleifkorken zu Hilfe nehmen, der mit Schleifpapier bespannt wird.
Damit ist ein gleichmäßiges,
flächiges Schleifen möglich. Bandschleifmaschinen sind im
schleifen größerer Flächen schwer zu handhaben, denn
wenn etwas zu lange an derselben Stelle geschliffen wird, entsteht
eine Delle im Holz, bei furnierten Hölzern schaut dann der
Untergrund durch.
Bessere Ergebnisse lassen sich mit
einem Schwingschleifer erzielen. Da dieser aber nicht nur in
Faserrichtung schleift, sollte man hier für den letzten Schliff
auf jeden Fall ein sehr feines Papier wählen.

Wässern
Wenn später gebeizt oder mit
wäßrigen Oberflächenmitteln gearbeitet werden soll,
ist Wässern unerläßlich. um sehr hochwertige
Oberflächen zu erzielen, empfiehlt es sich allemal. Beim
Schleifen werden Druckstellen im Holz zwar beigeschliffen, das Holz
bleibt aber gequetscht.
Bei Feuchtigkeit quellen diese
Stellen dann deutlich sichtbar auf. Daher feuchtet man mittels
Schwamm oder Pinsel das Holz mit sauberem Wasser an, das bei hohem
Kalkgehalt abgekocht sein sollte. Die Holzfasern quellen dadurch
auf und können nach dem Trocknen mit feinem Papier (180er oder
220er) leicht beigeschliffen werden. Auch Holzfasern, die sich
beim Vorschleifen wegdrücken, werden durch das Wässern
aufgerichtet und beim Feinschliff entfernt.
Schleifpapier
Schleifpapier (Schmirgelpapier) wird
nach der Korngröße der Schleifkörner eingeteilt.
Grobes Papier ist mit relativ großen Körnern beschichtet,
seine niedrige Kennzahl deutet auf die geringe Zahl der Körner
pro Flächeneinheit hin. Entsprechend wird feines Schleifpapier
mit hohen Zahlen gekennzeichnet.
Es gibt eine ganze Reihe
verschiedener Papierqualitäten, wobei vor allem zwischen Naß-
und Trockenschliff unterschieden wird. Holz wird immer trocken
geschliffen. Grobes Papier beginnt etwa bei 40 er Körnung,
feines für Naßschliffe (z.B. bei Polituren) kann bis hin
zu 600 er Körnung gehen.
Zwischenschliff bei der Oberflächenbehandlung
Nach einer ersten
Oberflächenbehandlung (Grundierung) mit Lacken sollte auf jeden
Fall ein Zwischenschliff erfolgen. Der Lack fixiert nämlich alle
kleinen, weichen Holzfasern, die sich vorher beim Schleifen oder
Darüberfassen mit der Hand umlegten und damit gar nicht in
Erscheinung traten.
Nach dem ersten Farbauftrag wirkt
die Oberfläche dann plötzlich sehr rauh. Ein vorsichtiger
Schliff mit sehr feinem Papier (ab 220 er) glättet den
Untergrund wieder. Auch beim Ölen wird die Oberfläche
durch einen Zwischenschliff etwas glatter.
Wie können Oberflächenmittel aufgetragen werden?
Abgesehen von industriellen
Verfahren (Tauchen, Gießen, Walzen) kommen nur drei Verfahren
infrage: Streichen, Rollen oder Spritzen. Ausnahmen bilden das Ölen
und Wachsen (Öle und Wachse werden eingerieben) und die
Schellack-Ballenmattierung bzw. -politur.
Streichen: Es ist das älteste
Auftragsverfahren für Lacke und erfordert als Werkzeug nur
relativ preiswerte Pinsel, an deren Qualität allerdings nicht
gespart werden sollte. Schlechte Pinsel rächen sich nämlich
später beim Streichen durch schlechte Farbverteilung und
Pinselhaare in der Farbschicht.
Hochwertige Oberflächen mit dem
Pinsel zu erzielen, erfordert allerdings einiges Geschick. Da die
Naturharzölfarben aber gut verlaufen, ist deren Verarbeitung
relativ einfach. Rollen: größere Flächen lassen sich
in vielen Fällen durch Rollen schnell und gleichmäßig
beschichten.
Bei Lacken finden meist
Kunststoffrollen Verwendung. Die Vorteile beim Rollen sind die
gleichmäßige, schnelle und nicht zu dicke Beschichtung. Es
sollte darauf geachtet werden, daß die Rolle vor der Arbeit gut
mit dem Oberflächenmittel vollgesogen ist und sich keine Luft
mehr darin befindet. Sonst gibt es leicht Bläschen an der
Oberfläche.
Spritzen: Gute Lackoberflächen
lassen sich beim Spritzen nur unter Verwendung von sehr gutem und
entsprechend teurem Gerät erzielen. Bei richtiger Verarbeitung
sind sie aber auch allen anderen handwerklichen Verfahren überlegen,
vielleicht mit Ausnahme der Schellackpolitur.
Aber auch für das Spritzen ist
Übung und Geschick erforderlich. Die Oberflächenmittel
müssen auf Spritzfähigkeit verdünnt werden, in der
Regel durch Zusatz von ca. 10% Lösungsmittel. Der entstehende
"Nebel" beim Spritzen gefährdet die Verarbeiter, weil
die durch die Luft wirkenden Aerosole eingeatmet werden.
Deshalb ist ein wirksamer
Atemschutz zu empfehlen, ein Filter für Grobstaub reicht
für diese Arbeit nicht aus. Bei kleinen oder verschachtelten
Gegenständen ist mit sehr hohen Farbverlusten beim Spritzen zu
rechnen.
Bei großen Flächen
dagegen kann der Verbrauch im Vergleich zum Streichen durch die
geringe Schichtdicken möglicherweise sogar reduziert werden. Bei
sehr schnell trocknenden Oberflächenmitteln, wie z.B.
Schellacken, ist das Spritzen in der Oberflächenqualität
dem Streichen weit überlegen.

Die Behandlung und Aufbewahrung der Pinsel
Gutes Werkzeug ist Voraussetzung für
ein gutes Arbeitsergebnis, so auch beim Streichen. Pinsel sollten gut
aufgebunden sein, keine gestauchten Borsten haben und auch noch nicht
hart geworden sein. Wer sich die Mühe machen will, der wasche
neue Pinsel vor dem ersten Benutzen gut mit Wasser aus, um Leimreste
von der Herstellung zu entfernen.
Pinsel, mit denen Lacke gestrichen
wurden können in einem speziellen Aufbewahrungsöl z.B. von
AURO längere Zeit aufbewahrt werden.
Allerdings ist eine vollständige
Säuberung des Pinsels oft kaum möglich.
Wohin mit Lackresten?
Lackgebinde öliger
Oberflächenprodukte dicken nicht ein, wenn die Dosen ca. 90%
gefüllt sind. Deshalb sollte man Reste in kleinere Gefäße
umfüllen und die Dosen nach dem Verschließen immer
für kurze Zeit auf den Kopf stellen.
In der Praxis zeigte sich, daß
Naturfarben erstaunlich lange lagerfähig sind, auch unter
ungünstigen Bedingungen.
Lackreste, auch solche von
Naturfarben, gehören nicht in die Kanalisation.
Am besten läßt man die
geöffneten Dosen draußen offenstehen, damit die Lösemittel
verdampfen, und gibt den eingedickten Rest dann zum Hausmüll.
Synthetische Lacke gehören
eigentlich fast alle in den Sondermüll, landen aber in der Regel
ebenfalls im Hausmüll, wo sie nicht hingehören.
Oberflächenbehandlung im Innenbereich
Im folgenden werden die
Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung mit natürlichen
Mitteln an verschiedenen, häufig vorkommenden Beispielen
beschrieben.

Die Möbelbehandlung
Wer rustikale Effekte liebt, kann
die Möbel laugen, wie es früher in Skandinavien verbreitet
war. In der letzten Zeit werden auch bei uns verstärkt gelaugte
Möbel angeboten. Laugen ist nichts anderes als das "Ablaugen"
des Holzes.
Das Holz wird am besten im Tauchbad
einer stark alkalischen Lauge ausgesetzt. Hierzu eignet sich
besonders Sodalauge, da diese weniger aggressiv als Natronlauge ist.
Das Holz zeigt nach der Behandlung einen grünlich-gelblichen
Farbton und auch eine etwas rauhere Oberfläche. Es ähnelt
dann altem, abgebeiztem Holz.
Bei Eiche und Obsthölzern sind
unschöne Verfärbungen zu erwarten, deshalb ist das Laugen
hauptsächlich ein Verfahren für Weichhölzer wie Fichte
und Tanne. Es ist unüblich, für die Möbelbehandlung
Lasuren zu verwenden. Diese bieten zwar einen ganz guten
Oberflächenschutz, ergeben aber nicht so schöne
Oberflächen, wie sie für Möbel m der Regel gewünscht
werden.
Daher wird nur bei sehr einfachen
Weichholzmöbeln gelegentlich mit Lasuren gearbeitet. Das
Haupteinsatzgebiet der Lasuren liegt im Innenbereich bei Decken- und
Wandvertäfelungen.
Für die Behandlung der
Weichhölzer (Fichte/Tanne, Kiefer, Lärche) eignen sich vor
allen Dingen das Ölen mit anschließendem Wachsauftrag. Man
erreicht preiswerte, samtglänzende Oberflächen, die
pflegeleicht und einfach nachzuarbeiten sind und gut zum Charakter
dieser Hölzer passen.
Die Oberflächen sind
antistatisch und lassen das Holz "atmen". Vor einer
Behandlung kann natürlich gebeizt oder gelaugt werden. Wer will
kann auch mit Schellack oder Naturharzöl arbeiten.
Buchenholz (Rotbuche) eignet sich
besonders gut zum Ölen. Das Holz ist dunkler und rötlicher
und damit auch interessanter. Da Buche sehr viel Öl nimmt,
sollte sie wirklich bis zur Sättigung behandelt werden. Die
Oberfläche wird dadurch auch gut wasserbeständig.
Eiche wurde traditionell viel
gewachst; damit läßt sich auch heute noch eine der
schönsten Oberflächen erzielen. Wer leicht glänzende
Oberflächen bevorzugt, muß mehrmals wachsen und nach dem
Trocknen immer wieder kräftig polieren.

Mit der Zeit entsteht ein milder
Glanz, schöner und kaum vergleichbar mit der Oberfläche
eines Glanzlacks. Wenn eine Farbtonänderung gewünscht
wird, bietet sich bei Eiche das räuchern an.
Ein ähnlicher Effekt läßt
sich auch mit einer stark alkalischen Beize oder durch Laugen
erzielen. Der Farbton läßt sich im voraus kaum genau
bestimmen, er fällt je nach Gerbsäuregehalt des Holzes sehr
unterschiedlich aus.
Daher ist eine Probebehandlung
eigentlich unumgänglich. Falls das Möbelstück aus
Hölzern verschiedener Bäume besteht, kann man böse
Überraschungen erleben.
Ahorn, Esche und Erle werden
ebenfalls häufig im Möbelbau verwandt. Für diese
Hölzer können keine speziellen Empfehlungen gegeben werden.
Obstbaumhölzer (z.B. Birnbaum,
Kirschbaum) zeigen sowohl gewachst als auch mit Schellack
behandelt sehr schöne Oberflächen mit teilweise sehr
unterschiedlichem Charakter.
Das Wachsen ist einfacher und ergibt
eine mildere, unaufdringliche Oberfläche. Bei der
Schellacklackierung kommt die Schönheit und Struktur der
Obsthölzer besonders gut zur Geltung: Je nach Auftragsart
(Mattierung oder Politur) und Zusammensetzung des Mittels
(seidenmatter oder glänzender Schellack) sind die
Ausdrucksmöglichkeiten noch einmal sehr verschieden.
Exotenhölzer, z.B. Mahagoni
oder Palisander, sollten wegen des Raubbaus und der Zerstörung
der Regenwälder für den Bau neuer Möbel grundsätzlich
nicht verwendet werden.

Tischoberflächen
Tischoberflächen werden in der
Regel sehr stark beansprucht. Dies gilt besonders für Küchen-
und Eßtische, aber auch für Wohnzimmertische, deren
Oberfläche oft mit Wasser oder Alkohol in Kontakt kommt. Hier
hängt es von der Holzart ab, welche Behandlung zu empfehlen ist:
Bei Buchenholzplatten empfiehlt sich
als Oberflächenbehandlung das Ölen. Geölte
Buchenplatten sind gut belastbar und das Nacharbeiten bereitet
keine Schwierigkeiten. Auch die Beständigkeit gegen Wasser- und
Alkoholeinwirkungen ist gut.
Tischplatten aus Weißbuche
können durchaus auch unbehandelt bleiben, wie dies in vielen
Gaststätten immer noch üblich ist. Gereinigt wird mit
Scheuersand oder mit einem milden Scheuerpulver (z.B. aus dem
Naurkostladen).
Wenn die Platte dick genug ist, kann
sie jahrelang auf diese Art gereinigt und zwischendurch immer wieder
einmal komplett abgeschliffen werden
Ahornesche oder Arbeitsplatten
bleiben ebenfalls oft unbehandelt. Wie die Weißbuche ist
Ahornholz recht hart und besitzt vor allen Dingen nur sehr feine
Poren, so daß sich auf der glatten Oberfläche kaum Schmutz
festsetzen kann.
Je nach persönlichem Geschmack
können Ahorn- oder Weißbuche natürlich auch
geölt werden. Flächen, wie sie für Möbel m der
Regel gewünscht werden. Daher wird nur bei sehr einfachen
Weichholzmöbeln gelegentlich mit Lasuren gearbeitet.
Haupteinsatzgebiet der Lasuren liegt im Innenbereich bei Decken- und Wandvertäfelungen.
Oberflächen in der Küche
Die Oberflächenbehandlung in
Küchen muß der Belastung durch Wasser und der Berührung
mit verschmutzen Händen besonders Rechnung tragen.
Küchenarbeitsplatten sollten
aus (Rot-) Buche, Weißbuche oder Ahorn bestehen. Sie sind dann
wie Tische zu behandeln. Bei Küchenmöbeln aus Buche reicht
gutes Ölen vollkommen aus.
Weichholzmöbel können
geölt und gewachst werden, am besten wie bei der Behandlung von
Fußböden beschrieben, da das den besten Schutz bietet.
Andererseits wird auch durch die Behandlung mit einem Naturharzöllack
eine wasserabweisende Oberfläche erzielt. Schellacke sind für
Küchen ungeeignet
Wand- und Deckenvertäfelungen
Bei Wand- und Deckenvertäfelungen
oder Balken reicht ein Schutz gegen Staub und Verschmutzen
vollkommen aus. Dies läßt sich am einfachsten durch eine
Behandlung mit Leinölfirnis erreichen.
Wenn mit unverdünntem Firnis
gearbeitet wird, entstehen auch keine Belastungen durch Lösemittel.
Es ist die einfachste und auch billigste und obendrein auch
ökologische Möglichkeit, die sehr schöne Oberflächen
erzeugt.
Sofern gewachst werden soll, ist
eine Behandlung mit sehr dünnflüssigem streichfähigem
Wachs sinnvoll. Dies läßt sich nicht nur gut verarbeiten,
das dünnflüssige Wachs dringt auch gut ins Holz ein, so daß
auf eine Grundierung verzichtet werden kann.
Allerdings enthalten die
streichfähigen Wachse einen nicht unerheblichen Anteil an
Lösemitteln. Deshalb ist auf eine sehr gute Durchlüftung zu
achten, bei gesundheitlichen Problemen wie Kopfschmerzen sollte die
Arbeit sofort unterbrochen werden.
In gleicher Weise stellt sich die
Lösungsmittelproblematik bei den meisten Lasuren, da sie bei
Vertäfelungen in der Regel großflächig zum Einsatz
kommen. Fragen Sie beim Biofarbenhandel nach lösemittelfreien Lasuren.

Lasuren sind einfach zu verarbeiten,
durch Zugabe von Pigmenten ist eine farbliche Gestaltung ohne
vorheriges Beizen möglich. Es soll allerdings nicht verschwiegen
werden, daß gebeizte Hölzer immer schöner aussehen
als farbig lasierte.
Nut- und Federbretter sollten immer
vor dem Verbauen behandelt werden, insbesondere wenn gebeizt oder mit
farbigen Lasuren behandelt werden soll. Andernfalls kommt nämlich
unbehandeltes Holz zum Vorschein, wenn die Bretter nach dem Verbauen
noch etwas trocknen und damit schwinden.
Flämmen und Sanden des Holzes
Wer es rustikal liebt, kann das Holz
flämmen. Mittels Lötbrenner mit Breitdüse wird das
Holz "angekokelt", je nach Geschmack mehr oder weniger
stark. Bei verbautem Holz muß man allerdings einige Vorsicht
walten lassen, damit kein Brand entsteht. Am besten wird draußen
gearbeitet dann muß die entstehenden Schwelgase nicht einatmen
und die Feuergefahr ist gebannt.
Man kann das Holz auch bis zur sehr
starken Oberflächenverkohlung flämmen, und die Oberfläche
anschließend mit einer Stahl- oder besser Messingbürste in
Faserrichtung ausbürsten.
Eine elektrische Bohrmaschine oder
ein Winkelschleifer mit Drahtbürsteneinsatz erleichtern die
Arbeit beträchtlich. Profis verwenden für diese Arbeiten
teilweise sogar spezielle Maschinen: Durch das Ausbürsten wird
eine starke Strukturierung der Oberfläche erreicht, da das
weiche Frühholz entfernt wird und das härtere Spätholz
stärker hervortritt.
Auch ohne Flämmen läßt
sich ein ähnlicher Effekt erzielen, indem man das Holz
sandstrahlt oder mit einer Maschine kräftig ausbürstet.
Alle diese Methoden sind ohne
Spezialmaschinen recht arbeitsintensiv und eignen sich nur für
Weichhölzer, besonders für Fichte und Tanne.

Holz in Feuchträumen
Holz in Feuchträumen sollte wie
im Außenbereich verbautes Holz behandelt werden. Besonders
im Spritzbereich ist dies unbedingt zu beachten. Ein Pilzbefall ist
dann auch in stark beanspruchten Bädern nicht zu erwarten.
Allerdings darf das regelmäßige
Lüften nicht vergessen werden, sonst kann die Holzfeuchte
langfristig doch eine kritische Höhe erreichen.
An erster Stelle steht auch hier der
konstruktive Holzschutz. Im Bad muß nicht nur darauf geachtet
werden, daß das Wasser gut abläuft, ebenso wichtig ist
hier eine gute Hinterlüftung aller Holzbauteile.
Denn im Bad wird viel Wasserdampf
erzeugt, der das Holz durchdringt und teilweise dahinter an der Wand
kondensiert. Wenn diese Feuchtigkeit nicht abgeführt wird kann
sie Ursache eines Pilzbefalls werden.
Bei Innendämmungen in
Badezimmern verdient die fachgerechte Ausbildung einer
Dampfbremse auf der Wandinnenseite besonderes Augenmerk.
Als Oberflächenmittel im
spritzwassergefährdeten Bereich kommen eigentlich nur Lacke und
Lasuren in Betracht, die auch für den Außenbereich
geeignet sind. Im direkten Naßbereich ist die Verwendung von
Holz allerdings kritisch, da es dort schwer zu reinigen ist, und die
natürlichen Oberflächenmittel bei starker Beanspruchung
durch Wasser nur einen unzureichenden Schutz bieten. Als Ausweg
empfiehlt sich z.B. die Verlegung von Fliesen.

Zur Verwendung von Kalk
Kalkmörtel ist
dampfdiffussionsoffen und gewährleistet so eine
Feuchtigkeitsregulierung. So wird die vorhandene Erdfeuchtigkeit nach
außen abgegeben und bleibt nicht im Putz, in Mauerwerk oder
Holz. Dadurch finden Schimmel und Pilze keinen Nährboden.
Besonders für die Bauten aus Lehm
und Holz, Natur- und Ziegelsteinen bietet der Kalkputz einen idealen
Schutz, da er wetterbeständig ist relativ weich und elastisch,
paßt er sich den natürlichen Materialien an.
Verarbeitungsmöglichkeiten
Wie wird der Kalk nun verarbeitet?
Er ist vielseitig einzusetzen: als Maurermörtel, als
Grundputzmörtel für Innen- und Außenwände, als
feiner Deckputz, auch für innen und außen, und schließlich
als Innen- oder Außenanstrich, welchem verschiedene natürliche
Farbpigmente beigemischt werden können.
Mit Kalkputzen können
verschiedene Strukturen erreicht werden. So gibt es z. B. den
"Besenwurf", den "Kellenwurf" fein oder grob, die
Abkellung, den Stockputz, den fein geglätteten Putz oder fein
abgeriebene Putze.
Neben der Struktur können auch die
Putze farbig gestaltet werden durch das Beimischen von natürlichen
Pigmenten und farbigem Steinmehl. Mit einiger Erfahrung können
die Kalkmörtel selber gemischt und verarbeitet werde sonst aber
bei einigen wenigen Firmen bezogen werden.
Wo auf Sumpfkalk verzichtet werden
kann, ist das Arbeiten mit Kalkhydrat preisgünstiger, z. B. beim
Herstellen von Mauermörtel und Grundputz.
Altbausanierung
Bei der Altbausanierung sollten
wieder die Materialien verwendet werden, die schon bei der Erstellung
der Bauwerke gebraucht wurden.
Ein altes Lehmfachwerkhaus z. B. sollte wieder mit Lehm und Holz saniert werden, Wände, die mit
Kalk verputzt waren, mit Kalkmörtel verputzt und ergänzt werden.
Bei Natursteinhäusern ist es
wichtig, sie mit Kalkmörtel auszufugen. Besonders vorsichtig ist
der Anstrich auf den Kalkputz abzustimmen.
Da ein falscher Anstrich die guten
Eigenschaften des Kalkes zerstören kann, ist ein natürlicher
Anstrich nötig (Kalkanstriche). Und diese naturgetreuen
Baustoffe nutzen nicht nur dem Bauwerk als solchem, sondern auch den
Menschen, die darin wohnen, und auch unserer schon viel geschundenen
Natur.
Denn das ist auch ein Punkt, der alle
betrifft: sowohl die Leute, die ein Haus restaurieren wollen, als
auch die, die neu hauen möchten. Man sollte sich in jedem Fall
mit den Materialien auseinandersetzen, die verbaut werden sollen:
Holz, Stein, Kalk, Lehm schenkten und schenken das Gefühl
natürlicher Wärme.

Lehm als moderner Baustoff
Holzleichtlehm
Holzleichtlehm besteht aus rindenfeinen
Holzhackschnitzeln und Lehm. Das Material wird als für den
Einbau fertige Mischung angeboten bzw. vor Ort angemischt. Nach dem
Einfüllen hinter eine verlorene, d.h. an der Wand verbleibenden
Schalung aus Lehmbauplatten oder Schilfrohr wird es leicht
verdichtet.
Der Aufbau ist dann fertig für den
Verputz. Holzleichtlehm eignet sich sowohl für Innendämmungen
von Fachwerkaußenwänden als auch für wärmedämmende
Deckenverfüllungen.
Bei richtiger Anwendung bestehen keine
Schwundprobleme. Die Trocknung erfolgt im Vergleich zum
Strohleichtlehm etwas schneller.
Holzleichtlehm selbst gemischt
Außenmauern: 1 Teil Sägemehl,
1 Teil feine, trockene Holzhackschnitzel, 2 Teile grobe
Holzhackschnitzel, 1,5 Teile Baulehm/Ortlehm, Tongehalt mind. 7 %.
Der so aufbereitete Holzleichtlehm hat ein Raumgewicht von ca. 600
kg/m3, Wärmeleitfähigkeit l = 0,17 W/(m×K).
Mineralleichtlehm
Die Leichtlehmmischung besteht aus
Lehm, Sand, mineralischen Dämmstoffen (Blähton, Bims).In
einem Betonmischer wird die Mineralleichtlehmmischung an-gerührt
und in eine Schalung geschüttet. Anschließend wird leicht
verdichtet.
Mineralleichtlehmmischungen:
Baulehm/Ortlehm mit mind. 10 %
Tongehalt zu einer Lehmschlämme anrühren. Steine und
Klumpen sind zu entfernen, damit nachher keine Schwundprobleme
entstehen. Zusammen mit gewaschenem Sand wird die Lehmschlämme
in einem Beton-Freifallmischer mit Blähton oder Bims vermischt.
Je nach Leichtzuschlag lassen sich
Mischungen mit einem Raumgewicht von 500 - 1200 kg/m3 herstellen. Bei
einem Raumgewicht von ca. 800 kg/m3 liegt die Wärmeleitzahl bei
0,25 W/(m×K).
Strohleichtlehm-Stampftechnik
Bei dieser Technik wird Stroh mit
Lehmschlämme maschinell oder mit den Füßen gemischt
und in eine Kletterschalung gestampft. Deckenfüllungen können
ebenfalls in dieser Weise ausgeführt werden.
Wegen der geringen Materialkosten ist
dies das bekannteste Selbstbausystem, für Lehmbaufirmen wegen
des hohen Zeitaufwands jedoch auch die teuerste Lösung.
Bei zu dicken Wänden und zu
geringer Rohdichte besteht die Gefahr der Schimmelpilzbildung. Ebenso
nachteilig sind die extrem langen Trockenzeiten (Sommerbautechnik).
Bei einem Raumgewicht von ca. 600 kg/m3
liegt die Wärmeleitzahl bei 0,17 W/(m×K), bei mehr
Strohanteil wird zwar die Dämmung erhöht, aber die Gefahr
besteht, daß das Stroh zuwenig Lehmanteil hat und dadurch beim
Trockenvorgang verfault.

Naßlehmtechniken:
- Lehmspritztechnik
- Lehmverfülltechnik
- Lehmwickeltechnik
- Stranglehmtechnik
- Lehmbrotetechnik
Trockenlehmtechniken
Lehmsteine, Leichtlehmziegel
Lehmsteine und Leichtlehmsteine werden
in einem der traditionellen Handformung nachempfundenen Verfahren
hergestellt. Aus diesem Grunde und wegen der Materialstruktur sind
sie wie die traditionellen Lehmsteine für die Ausmauerung von
Außenwandgefachen (bei sorgfältigem Verputz) sowie für
nichttragendes Mauerwerk im Innen-bereich geeignet.
Die unterschiedlichen Raumgewichte
werden durch die Beigabe von Weichholzsspänen und Strohhäcksel
erzielt. Das Herstellungsverfahren ist wesentlich aufwendiger als das
der Grünlinge.
Je nach Verwendungszweck sind mit
Lehmsteinen und Leichtlehmsteinen jedoch technisch einwandfreie
Lösungen möglich (Stichmauerwerk usw.).
Lehmsteine und Leichtlehmsteine werden in verschiedenen Formaten hergestellt.
|